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Celle Stadt Apothekensterben in Celle geht weiter / Pharmazeut findet keinen Nachfolger
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Apothekensterben in Celle geht weiter / Pharmazeut findet keinen Nachfolger
16:45 22.01.2014
Von Gunther Meinrenken
Die nächste Apotheke im Stadtgebiet, die für immer geschlossen hat: Für die Orchideen-Apotheke am Celler Bahnhof hat sich kein Nachfolger gefunden, das Inventar wurde verkauft. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Das Apothekensterben in Celle geht weiter. Nachdem vor ein paar Jahren die Löwenapotheke schloss, folgte 2012 die Apotheke an der Scheuener Straße in Groß Hehlen und die Stadt-Apotheke in der Hehlentorstraße. Anfang des Jahres machte auch die Ratsapotheke in der Zöllnerstraße zu, nun hat auch die Orchideen-Apotheke an der Bahnhofstraße für immer geschlossen. Inhaber Ralph Möller geht in den Ruhestand. Auch er hat wie seine Kollegen zuvor keinen Nachfolger gefunden.

Nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen schrumpft die Zahl der Apotheken im Land seit Jahren. Allein seit 2009 ist die Anzahl um 87 Geschäfte zurückgegangen. Betroffen seien vor allen Dingen strukturschwache Regionen auf dem Land, aber auch Stadtrandlagen. Ein Trend, der sich auch in Celle findet. Im Landkreis hält sich die Anzahl der Apotheken immerhin bei 45, nur eine weniger als noch 2009. Im Stadtgebiet sind es nur noch 19, im Vergleich zu 24 vor fünf Jahren.

Apotheken gelten schon längst nicht mehr als Goldgruben wie in vergangenen Zeiten. Die Ursachen: Die finanziellen Belastungen durch neue gesetzliche Regelungen haben zugenommen. Außerdem ist die Konkurrenz durch Versandhandel gewachsen. Dabei werden durchaus immer noch neue Apotheken aufgemacht. Doch die siedeln sich bevorzugt in der Nähe von Ärztezentren an – auch in Celle wie etwa an der Sägemühlenstraße.

Gerade in der Celler Innenstadt ist die Dichte an Apotheken hingegen deutlich zurückgegangen. Umgeben von vier Arzneimittelgeschäften am Rande der Altstadt ist im Zentrum nur noch Apotheker Wolfgang Liebenow mit seiner Schloß-Apotheke auf der Stechbahn verblieben. Er hat seit Beginn des Jahres durch die Schließung der Ratsapotheke einen leicht stärkeren Zulauf verzeichnet.

Dafür hat er mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen, vor allem mit der Umwandlung der Stechbahn zur Fußgängerzone. "Als die Löwen-Apotheke 2010 zugemacht hat, hatten wir auch mehr Kundschaft, bis die Fußgängerzone eingerichtet wurde", so Liebenow. So erreichten gerade ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind – eben jene Kunden, die einen viel höheren Arzneimittelbedarf haben als jüngere Personen – seine Apotheke nur noch schlecht. Ein weiteres Problem: In der Innenstadt gibt es nicht mehr so viele Ärzte wie früher.