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Celle Stadt Arndts Gestaltungswille erweitert Luthers Bildprogramm
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Arndts Gestaltungswille erweitert Luthers Bildprogramm
10:53 25.02.2014
Friedrich Kremzow hat in dem - Altarbüchlein sein Wissen über - den Passionsaltar der Stadtkirche St. Marien zusammengetragen. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Ursprünglich hatte ich das von mir im Jubiläumsjahr und zuvor 2008, im Zusammenhang mit der Ausstellung ‚700 Jahre Stadtkirche‘ gesammelte Material für das Kirchenarchiv sichern wollen“, sagt Kremzow. „Doch dank der Initiative und der finanziellen Unterstützung durch die Firma Ströher Druck ist uns ein schönes Heftchen gelungen, das in einer kleinen Auflage erschienen ist“, erklärt der Autor. Im Zentrum des Büchleins steht das Bildprogramm des Altars, das zum Großteil die Prägung des damals einflussreichen Generalsuperintendenten Johann Arndt trägt, des großen Theologen und Beraters des Stifters Herzog Christian.

Arndts starker Persönlichkeit und seinem Gestaltungswillen sei es zu verdanken, dass das Programm, das Luther der evangelischen Kirche vorgegeben hatte, mit Abendmahl und Kreuzigung deutlich ausgeweitet wurde. Nach Ansicht Arndts waren die Bilder für die Menschen da, um die Bibel anschaulich zu machen. Auf dieser Annahme fußt der Bilderreichtum des Celler Altars mit Passions- und Weihnachtsgeschichte, mit Engeln und Schnitzereien. Chronologisch widmet sich Kremzow dem vorreformatorischen Marienaltar samt Nebenaltären, betrachtet erste Auswirkungen der Reformation auf die Ausstattung der Kirche und gelangt über den Stifter und den „Generalissimus Johann Arndt“ zum Altarprogramm: „Durch Bilder und Figuren das Reich Gottes verkünden und abmalen.“ Das Schnitzwerk zeigt die Evangelisten und Apostel. Das letzte Kapitel ist den Künstlern und ihren Vorbildern gewidmet. Hierin geht Kremzow auch auf die Verbindung des Abendmahls in der Predella mit dem Bild von Marten de Vos in der Celler Schlosskapelle ein.

Das Büchlein bietet einen farbenfroh-gebündelten Einblick in ein Celler Kulturgut im Kontext der Kirchen- und Ikonografie-Geschichte.

„Der Passionsaltar von 1613 in der ev.-luth. Stadtkirche St. Marien Celle“ ist erhältlich am Büchertisch der Celler Stadtkirche für 10 Euro.

Von Aneka Schult