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Celle Stadt Asche im eigenen Garten verstreuen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Asche im eigenen Garten verstreuen
16:22 28.05.2015
Celle Stadt

„Im Rahmen einer zeitgemäßen Bestattungskultur müssen wir auch an diejenigen denken, die sich nicht mehr den Friedhof als letzte Ruhestätte wünschen“, erklärt Christoph Keldenich, Vorsitzender der Verbraucherinitiative Bestattungskultur „Aeternitas e.V.“, die die neuen Vorschriften begrüßt.

Einen Missbrauch der liberalen Regeln schließt das Bremer Gesetz aus, da Verstorbene ihren Wunsch nach einem Bestattungsort außerhalb eines Friedhofs zu Lebzeiten schriftlich verfügt haben müssen. Darüber hinaus muss gleichzeitig eine Person zur Totenfürsorge benannt worden sein, die gegenüber den Behörden einen pietätvollen Rahmen sicherstellt.

Die Kirche sieht die Entwicklung weniger positiv. „Wie organisiert man in so einem Fall die Erinnerungskultur für einen größeren Kreis?“, gibt der Nienhäger Pastor Uwe Schmidt-Seffers, Sprecher des evangelischen Kirchenkreises Celle, zu bedenken. Nicht selten gibt es in Familien Zwistigkeiten. Womöglich wird Familienmitgliedern die Möglichkeit der Trauerarbeit am Grab genommen, wenn die Urne sich auf einem Privatgrundstück befindet. Der Seelsorger kritisiert auch den Begriff „Friedhofszwang“: „Die Bestattung ist ein hohes Kulturgut in unserer Gesellschaft, und Friedhöfe stellen die Möglichkeit einer öffentlichen Trauerkultur sicher.“ In Niedersachsen gibt es zurzeit keine Ausnahme von der Friedhofspflicht. (mha)

Von Martina Hancke