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Celle Stadt Aschenputtel: Quietschvergnügtes Spektakel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aschenputtel: Quietschvergnügtes Spektakel
18:31 15.11.2018
Quelle: Hubertus Blume
Celle

Es hat wirklich alles, was ein bezauberndes, liebevoll entstaubtes, fantasievoll-farbenprächtiges Kinder-Märchen-Stück braucht. Am Donnerstag feierte im Schlosstheater das diesjährige Weihnachtsmärchen „Aschenputtel“ mit einer Schulvorstellung und einem Haus voller junger Zuschauer eine Premiere, wie man sie sich schöner nicht wünschen kann: lebendig, ja beinahe interaktiv und echt. Die Kinder verfolgten gespannt jede Szene und sparten nicht mit Zurufen und Kommentaren – lautstark bekundete Solidarität zu dem so ungerecht behandelten Aschenputtel (Ronja Donath) und dem freiheitsliebenden Prinzen (Simon Gilles), reflektiert wiederum von den Darstellern.

Ratte Rudolf als guter Freund

Damit muss man als Mädchen erst mal klarkommen: Die Mutter gestorben, der Vater (Leif Scheele – auch sehr überzeugend in seinen Rollen als Lakai und König) zwar liebevoll, aber quasi nie da und mächtig überarbeitet, eine aufgetakelte heimtückische neue Stiefmutter (Stefanie Feldmann, sehr glaubhaft im violetten Prachtgewand) samt zweier verzogener, oberflächlicher Stiefschwestern, die alles daran setzen, einem das Leben so schwer wie möglich zu machen. Da ist es schon gut, dass man eine nette Ratte Rudolfo zum Freund hat (die Handpuppe ist nur eine der vielen wundervollen Ideen, die Marc Mahn in dem Stück umgesetzt hat). Ansonsten helfen der Zauberbaum ihrer Mutter, die Kameradschaft zum unerkannten Prinzen und die Musik dem „Aschenputtel“, stark und zuversichtlich zu bleiben – über die vielen Gemeinheiten ihrer neuen Familienmitglieder hinweg.

Musik von Matthias Grote begeistert

Matthias Grote hat mit seinen einfühlsamen musikalischen Arrangements für den größten Spagat in der Aufführung gesorgt – zwischen königlicher Hof-Etikette und zeitgemäßem Hiphop – und er ist ihm bestens gelungen: Fand doch das junge Publikum, übereinstimmend mit den genervten Prinzen, das Eins-zwei-Knicks-Menuett höchstens lächerlich. Bei den coolen Dance-Moves riss es die Kids regelrecht von den Sitzen vor Begeisterung – die coolen Hüftschwinger der Hauptdarsteller waren unbestreitbar „voll krass“ und brachten das Gefühl von Spaß und guter Laune wunderbar rüber.

Hofball, Patchworkfamilie und Mobbing

Zu lachen gab es in dieser Inszenierung eine ganze Menge. Schon die Besetzung der beiden Stiefschwestern Dorothea (Kira Plaß) und Katharina (Nelida Martinez) wie Pat und Patachon spielte mit den Gegensätzen von „Dick und Doof“ – hier mit lang und kurz –, war urkomisch und hatte viel von gelungenem Slapstick. Die übertriebene Kostümierung, gepaart mit einer überzeugend übertriebenen darstellerischen Leistung, sorgte dafür, die Boshaftigkeit einzugrenzen und in Lächerlichkeit umzumünzen. Eine gute Balance, die der Regisseurin Sonja Elena Schroeder und den beiden Dramaturgen das ganze Stück über hervorragend gelang: die Waage zwischen der auch optisch so opulenten Märchenwelt des Hofballs und dem Anklang realer Themen, wie Patchworkfamilie, Mobbing und dem Bedürfnis, einen wahren Freund an seiner Seite zu haben – selbst wenn er ein Prinz sein sollte.

Alles in allem ist die Inszenierung ein quietschvergnügtes Spektakel – im wahrsten, in jedem Sinne des Wortes. Schließlich kommt es vom lateinischen Wort spectaculum. Das heißt so viel wie Schauspiel, Augenweide, Anblick, auch Krach, Lärm. Im Wörterbuch steht: „Man bezeichnet damit allgemein ein Ereignis, das Aufsehen erregt.“

Ticktes und Termine für weitere Aufführungen

Termine im freien Verkauf für „Aschenputtel“ sind am: 25. November sowie am 1., 8., 9., 15., 16., 27., 29. und 30. Dezember – insgesamt sind 14 Vorstellungen geplant. Dazu kommen 30 Schultermine.

Von Doris Hennies

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