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Celle Stadt Astrophysiker aus Celle: Einmal Saturn und ein Stück weiter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Astrophysiker aus Celle: Einmal Saturn und ein Stück weiter
16:23 04.12.2016
Universumserklärer Michael Büker macht Astrophysik für Laien greifbar. Am Freitag stellte er in "Kunst & Bühne" sein neues Buch vor.  Quelle: Alex Sorokin
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„Wissenschaftskommunikation“ steht auf Michael Bükers Visitenkarte – und der Verlag nennt ihn „Science-Slammer“ – nach Wikipedia eingedeutscht – einen Wissenschaftswettstreiter. Im Vordergrund steht die populärwissenschaftliche Vermittlung, die Bewertung erfolgt durch das Publikum. Vorweggenommen: Der Verständnisgehalt war groß, der Beifall für den Unterhaltungswert, entsprechend verdient.

Den Einstieg schafft Michael Büker mit etwas noch gut vorstellbarem, dem Orbit und der Internationalen Raumstation, für die noch die gängige Entfernungsmessung mit Kilometern funktionieren, also rund 400 Kilometer in die Senkrechte bis zur Station, ab 100 Kilometer Flughöhe ist man Astro- oder Kosmonaut – also Raumfahrer. Und schon gibt es die erste Schwierigkeit beim fiktiven Trip raus ins Universum: Gewicht, Schwerkraft, Treibstoff, Antriebsstärke – bis so eine Rakete die richtige Ausstattung hat und in die richtige Flugbahn gebracht wird, gibt es unzählige Hürden, Berechnungen und Kniffe, die der Wissenschaftler alle ganz nachvollziehbar erklären kann.

400.000 Kilometer sind es bis zum Mond. Definitionen sind wichtig und werden aus dem Publikum heraus immer wieder abgefragt. Weiter als zum Mond ist die „bemannte Raumfahrt“ bisher nicht gekommen. Das Universum dahinter erforscht man per Maschinen und Technik. Unser Sonnensystem ist nur in „astronomischen Einheiten“ (150 Millionen Kilometer sind eine Einheit) noch zu bemessen – für die Vorstellungskraft nur in Bildern von Erbsen, Murmeln und Basketbällen, in Relation gebracht, vorstellbar.

Büker plaudert über Mars und Jupiter, Asteroidengürtel und die Eisriesen Uranus, Neptun und Pluto und holt dann noch weiter aus zu Sternen, schwarzen Löchern und Galaxien und beweist eindrucksvoll: Selbst, wer dabei nicht Fernweh bekommt, kann sich, dank seines Buches, mit Spaß in „ferne Galaxien“ träumen.

Von Doris Hennies