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Celle Stadt Atemberaubend virtuose Tongirlanden im Celler Sophien-Stift
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Atemberaubend virtuose Tongirlanden im Celler Sophien-Stift
22:19 17.09.2017
Ungeheure Fingerfertigkeit: Maciej Buliñski (links) und Piotr Schiller entführen die Zuhörer in eine exotisch anmutende Klangwelt. Quelle: Michael Schäfer
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Es war tatsächlich das Auge, welches das „Unerhörte“ miterlebte und fasziniert zuschaute, wie geschickt die professionellen Schlagzeuger die Energie zwischen den Tönen transparent machten. Bei den selbst bearbeiteten Kompositionen aus der Klassik wussten sie, den exotischen Zauber ihrer Instrumente mit raffiniert gestalteten und mit sanftem Vibrato belebten Tonfolgen überaus virtuos zur Geltung zu bringen.

Sowohl vierhändig am Marimbaphon als auch wechselseitig auf beiden Instrumenten trugen sie die 15 Stücke umfassende begeisternde Programmfolge vor, darunter Ravels „Bolero“, Händels „Feuerwerksmusik“ und der „Sommer“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ sowie populäre Walzer und Polkas aus der Strauß-Familie.

Dabei verstanden sie es, die immer wieder einer perfekt inszenierten Magie des Augenblicks entspringenden, vom geheimnisvoll murmelnden Tremolo bis hin zu kraftvollen orgelähnlichen Tongirlanden reichenden, enorm wandlungsfähigen Klangeigenschaften der Instrumente in mitreißender Weise zu nutzen. Und die Zuhörer ließen sich von den sonoren Klängen bereitwillig in eine exotisch anmutende Klangwelt entführen, in einem außergewöhnlichen und von Schiller galant moderierten Konzert, in dessen stilistischem Fluktuieren die beiden Interpreten die Leichtigkeit der wunderschönen Kantilenen mit atemberaubender Virtuosität zu verbinden wussten.

Von Rolf-Dieter Diehl