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Celle Stadt Auf Celler Allerinsel ist für alle Platz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Auf Celler Allerinsel ist für alle Platz
19:11 14.06.2016
Von Michael Ende
Wohnen zentral und am Hafen, "Festwiese" im Westen - erste Ideen-Skizzen wie diese sollen in den nächsten Monaten konkreter ausgearbeitet werden. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

„Wir sind noch mitten in der Entwicklung der weiteren Rahmenplanung“, sagte Stadtbaurat Ulrich Kinder. Seit 2010 hätten sich zwei Grundlagen der Rahmenplanung geändert, erläuterte Frank Boberg von Pesch und Partner. Zum einen sei der Hochwasserschutz beinahe fertig, und zum anderen habe die Firma Conmetall mitgeteilt, dass sie doch lieber weiterhin auf der Insel ansässig bleiben wolle. Angesichts des Umstandes, dass die Insel beinahe so groß wie die benachbarte Altstadt sei, müsse man sich fragen, ob man sich wirklich allein auf Wohnnutzungen konzentrieren solle, so Boberg: „Wir denken, dass man dort auch über Gewerbenutzungen nachdenken sollte.“

Insgesamt seien auf der Allerinsel 500 bis 600 Wohneinheiten vorstellbar, so Boberg. „Das soll allerdings keine Insel der Eigentumswohnungen werden. Dort muss es die ganze Vielfalt der Wohnformen geben.“ Auch bei einer Mischnutzung der Insel könne es dort sogar mehr Parkplätze als bisher geben, schätzte Boberg, der von 500 Stellplätzen in Parkhäusern und rund 850 Plätzen auf der „Festwiese“ sprach. Dort, auf rund 21.000 Quadratmetern im Westen der Insel, könne künftig das Schützenfest über die Bühne gehen: „Wenn man die Zugfahrzeuge der Schausteller woanders parkt, reicht der Platz allemal.“ Ihm falle als Vergleich die Theresienwiese in München ein: „Auch diese Fläche ist grün - das ist viel besser als eine Schotter- oder Betonwüste.“

Hinsichtlich der Theo-Wilkens-Halle bestehe Diskussionsbedarf, so Boberg: „Entweder müsste sie mit hohem Aufwand gedämmt werden, oder man verlegt die Schießanlage nach Westen in die Nähe des Festplatzes. Darüber müssen wir mit den Schützen noch sprechen.“ Kinder: „Wir haben genügend Fläche für den Erhalt des Schützenfestes auf der Allerinsel und für die Entwicklung des gesamten Areals. In der zweiten Jahreshälfte wollen wir weiterplanen, und zum Jahresende soll der neue Rat die Fortschreibung des Gesamtplanung beschließen.“

„Schützenplatz, Stellplätze, Gewerbe, Wohnen – passt das alles auf die Insel? Ich muss sagen, dass ich fast glücklich darüber bin, dass das zu gehen scheint“, sagte Heiko Gevers (CDU). „Es zeichnen sich vernünftige Lösungen ab“, so Torsten Schoeps (WG). „Und irgendwann gibt es wegen des Lärms Beschwerden von Anwohnern – und dann gibt es kein Schützenfest mehr“, meinte hingegen Oliver Müller (BSG). „Wir können planungsrechtlich ruhiges Wohnen sicherstellen“, so Kinder: „Und dann gibt es auch keine Möglichkeit zur Klage.“ Boberg: "Andernorts kann man auch Wohnbebauung direkt an Bahnlinien errichten. Mit modernem Lärmschutz geht das.“

Michael Ende