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Celle Stadt Auf das Original konzentriert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Auf das Original konzentriert
12:52 06.12.2013
Auf der Probenbühne in der CD-Kaserne probt das Ensemble des Celler Schlosstheaters derzeit eifrig - für die Premiere der legendären Komödie „Charleys Tante“ geprobt. Quelle: Alex Sorokin
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Noch gut eine Woche bis zur Premiere. Die Zeit rennt. Da ist die Stimmung auf der Probenbühne in der CD-Kaserne schon etwas angespannt. „Ohne Zweifel gehört ‚Charleys Tante‘ zu den klassischsten und legendärsten Komödien, die es in der Theatergeschichte gibt,“ sagt der in Celle bestens bekannte Regisseur Jürgen Kern.

Seit den Zeiten der Intendanz von Eberhard Johow habe das Boulevard in Celle immer eine gute Tradition auf hohem Niveau gehabt. Die Inszenierung von „Charleys Tante“ bilde für ihn deshalb auch eine besondere Herausforderung, ohne dass man sich vor Vergleichen mit so bekannten Filmgrößen wie Heinz Rühmann, Theo Lingen oder selbst Gustav Gründgens fürchten müsse. „Die Filme haben mit dem Theaterstück herzlich wenig zu tun,“ sagt Kern, „die Bühnenfassung ist viel schmaler und einfacher, obwohl die berühmten Namen natürlich für einen zusätzlichen Bekanntheitsgrad gesorgt haben.“

Kern will sich mit seiner Inszenierung ganz bewusst auf das Original konzentrieren und auch die Zeit im ausgehenden 19. Jahrhundert beibehalten. Da gibt es keine Bearbeitungen, Aktualisierungen oder Ergänzungen. Gekürzt habe man nur sehr wenig. „ Das Stück lebt aus der Zeit, in der es geschrieben wurde. Es kann nicht darum gehen, seelische Tiefen auszuloten. Wir wollen nichts weiter als leicht und locker mit viel geistiger Aktivität eine Geschichte erzählen,“ erläutert der Regisseur.

Im Übrigen solle man bei „Charleys Tante“ keine Angst vor Klamauk haben. „Das ist schon ein richtig deftiges, komisches Stück und keine blitzende Komödie im Stile von Molière. Im Boulevard muss man genau wissen, was man sagt und wie man die Pointen setzt.“ So gesehen seien auch die Proben nicht immer lustig: „Humor ist eine ernste Sache. Jedes Detail muss stimmen.“

Gibt es in der Celler Aufführung auch Musik? „Ja,“ sagt Kern, „für jeden Aktschluss als Untermalung gibt es etwas Musik und es gibt den berühmten Amazonas-Mambo, den wir als Einziges aus dem Film übernommen haben.“ In der Dekoration habe man sich auf Wände ohne Türen mit zum Teil frivoler Bemalung konzentriert. „ Die Maße sind ja durch die Größe der Bühne vorgegeben. Wir haben Möglichkeiten für Auftritte und Abgänge. Das muss genügen. Und wir wollten gerne mal die Drehbühne benutzen.“ Und wer spielt als „falsche Tante“ die Hauptrolle? „Thomas Wenzel,“ verrät Jürgen Kern.

Von Hartmut Jakubowsky