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Celle Stadt Auf der Suche nach Fachkräften: IHK-Aktion in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Auf der Suche nach Fachkräften: IHK-Aktion in Celle
20:09 19.11.2014
Von Jürgen Poestges
Abschlussveranstaltung der IHK-Zukunftsinitiative „hierjetztmorgen“ mit (von links) Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, Susanne Schmidt, Hauptgeschäftsführerin des NIHK, Ministerpräsident Stephan Weil, IHK-Präsident Olaf Kahle und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Quelle: Alex Sorokin
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„Es ist wichtig, dass solche Initiativen aus der Gesellschaft heraus kommen. Wenn wir in Hannover am grünen Regierungstisch solche Projekte entwickeln wollten, würden wir gnadenlos scheitern.“ Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, lobte gestern in der Celler Congress Union vor rund 250 Unternehmern aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg die IHK-Initiative „hierjetztmorgen“. Im Schwerpunkt geht es darum, dem Fachkräftemangel in der Region Lüneburg-Wolfsburg entgegenzuwirken und durch die Hervorhebung der Attraktivität der Region die Menschen auch dahin zu holen.

Schon zu der Auftaktveranstaltung vor einem halben Jahr hätten sich 270 Interessenten angemeldet, erklärte IHK-Präsident Olaf Kahle. Daraus seien kreative Arbeitsgruppen entstanden, die einen Masterplan zur Fachkräftesicherung erarbeitet haben. „Der demografische Wandel macht es nötig, das merken wir immer deutlicher“, so Kahle.

Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende stellte klar, dass auch in Celle die Lage zwar noch nicht dramatisch, aber schon bedenklich sei. „Seit 2010 haben wir zwar rund 3000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Aber das Durchschnittsalter der Celler Bevölkerung liegt inzwischen bei 45 Jahren.“ Ein Projekt wie „hierjetztmorgen“ liege auch im Interesse der Kommunen.

Weil wies darauf hin, dass es im kommenden Jahr spezielle Fördergelder aus der EU geben könnte. „Denn da ist das Thema Fachkräftebündnis durchaus präsent.“ 26 Millionen Euro wolle Brüssel zur Verfügung stellen.

In den Arbeitskreisen haben sich verschiedene Schwerpunkte herausgebildet. Die Internet-Breitbandanbindung steht da ganz oben auf der Wunschliste. Die Mobilität spielt ebenfalls eine große Rolle. Und durch stärkere Vernetzung der Unternehmer in der Region und eine Internet-Plattform für Fachkräfte hofft man, bessere Voraussetzungen für die Suche nach Arbeitskräften zu schaffen.

Was sich in der Theorie gut anhört, stieß eher auf Skepsis. „Das Grundproblem ist ein anderes“, meinte zum Beispiel Altenheim-Betreiberin Brigitte Friedrich aus Celle. „Manche Kleinbetriebe können es sich finanziell nicht leisten, überhaupt auszubilden. Da müsste erst einmal ein Anreiz geschaffen werden.“ Peter Hoop, Inhaber der Firma Sema für Wartung und Instandhaltung von Güterwagen, hätte hingegen durchaus Interesse an einem geplanten Netzwerk, mit dem für Jugendliche aus dem Ausland ein Anreiz geschaffen werden soll. „Aber was am Ende heraus kommt, muss man abwarten.“ Im kommenden halben Jahr sollen die Projekte konkret angegangen werden.