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Celle Stadt Aufbruch in eine neue Lernkultur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aufbruch in eine neue Lernkultur
16:10 03.12.2018
Margret Rasfeld beantwortet Fragen der Schüler und erzählt von ihrer Initiative. Quelle: Kirsten Glatzer
Celle Stadt

Jedes Kind sollte in der Schule die Möglichkeit haben, seine vollen Fähigkeiten auszuschöpfen. „Schule im Aufbruch“ ist eine Initiative, die zu eben dieser Potenzialentfaltung der Kinder führen soll. Wichtig dabei: Schulen, die die angeborene Begeisterung und Kreativität von Kindern und Jugendlichen erhalten und fördern. Um die Entfaltung dieses Potenzials in der Schule zu ermöglichen, bedarf es einer neuen Lernkultur, vielfältiger Lernformate und einer wertschätzenden Haltung. Es geht um Verantwortungsübernahme für sich selbst, für die Mitmenschen und unsere Erde.

Expertin im Dialog mit Bundeskanzlerin

Die Initiative „Schule im Aufbruch“ wurde 2012 von Professor Dr. Stephan Breidenbach, Professor Dr. Gerald Hüther und Margret Rasfeld ins Leben gerufen. Vorausgegangen war dem eine einjährige gemeinsame Arbeit als Kernexperten-Team im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin in dem Themenbereich „Wie wir lernen wollen“. Diese Arbeit zeigte den Gründern, dass die Schultransformation in Deutschland auch Impulsen von der Basis her bedürfe.

Netzwerk ist das Stichwort

„Schule im Aufbruch“ wurde ins Leben gerufen, um eine bundesweite Bewegung für eine Schultransformation zu initiieren und zu unterstützen. Die Initiative versteht sich dabei als Netzwerk, nicht als klassische Organisation, in der sich zahlreiche Schulleiter, Pädagogen, Eltern, Schüler, Vertreter der Schulaufsicht und Mitglieder von Universitäten und Hochschulen engagieren.

Schon zum dritten Mal in IGS

Vergangenen Dienstag machte die Roadshow der bundesweit aktiven „Schule im Aufbruch“ bereits zum dritten Mal Halt in der IGS in der Burgstraße. Dort fühlt man sich der Initiative schon seit der Gründungsphase 2014 verbunden. Damals wurden verschiedene Institutionen besucht, unter anderen die Evangelische Schule Berlin Zentrum, sozusagen der Ursprung der Initiative „Schule im Aufbruch“. Gründungsmitglied Margret Rasfeld war dort zu jener Zeit Schulleiterin.

Wie können wir die Welt verändern?

„Celle hat eine sehr bildungsinteressierte Bürgerschaft“, stellt die Bildungsinnovatorin angesichts des voll besetzten Forums der IGS gleich zu Beginn des Abends erfreut fest, um dann nachzufragen.„In welcher Welt wollen wir leben? Wie sieht unsere Welt gerade aus? Wollen wir das so? Müssten wir uns nicht für eine andere Welt einsetzen. Und was hat die Schule damit zu tun?“ Was folgt, ist eine kritische Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes, aber auch Antworten auf die Frage, was denn die Schule damit zu tun hat.

Leistungsdenken als Problem

Aus einer Welt, die durch die Paradigmen höher, schneller, weiter geprägt, und in der alles auf Wachstum ausgerichtet sei, würden sich große Probleme ergeben. Die daraus resultierenden ökologischen und sozialen Probleme seien Riesenherausforderungen.

Dieses Leistungsdenken sei auch im Bildungswesen zu beobachten: schneller, effizienter, in Konkurrenz gegeneinander werde da gearbeitet. Das führe dazu, dass immer mehr Kinder erkranken. Rund 30 Prozent würden aufgrund der übersteigerten Anforderungen an Stresssymptomen wie Kopf- oder Magenschmerzen, und sogar Burn-out leiden.

Weisheit der Vielen

Früher habe es in der Schule einen Sender und viele Empfänger gegeben, also den Lehrer, der das Wissen vermittelte, und die Schüler, die es aufnahmen. Heute hingegen habe man die "Weisheit der Vielen", was zum Beispiel an der IGS Celle auch schon gelebt werde. Die digitale Transformation sei eine Herausforderung und zugleich eine Riesenchance für neues Lernen. Die dafür benötigen Kompetenzen wie Kreativität, Teamfähigkeit, Experimentierfreude, die Bereitschaft zur Veränderung, seien auch nötig, um die Welt nachhaltig zu gestalten. Bei der Digitalisierung gehe es nicht darum, Medien einfach nur zu konsumieren, sondern sie zu nutzen, um kreativ zu gestalten.

Schüler berichten über Erfahrungen

Nach den Ausführungen von Margret Rasfeld berichteten Schüler und Schülerinnen der IGS Oyten, der Ernst-Reuter-Schule KGS Pattensen sowie der Evangelischen Schule Berlin Zentrum über die Arbeit und Erfahrungen an ihren Schulen, etwa das Projekt Herausforderung, und traten in Dialog mit dem Publikum.

IGS Celle, eine Schule im Aufbruch

„Gerade in der Gründungsphase ist man ja offen für neue Konzepte, und so kam es 2014 zur Zusammenarbeit mit der Initiative ,Schule im Aufbruch‘“, sagt Schulleiterin Meike Kerner zu den Anfängen der IGS. Es gibt nicht das eine Konzept zu „Schule im Aufbruch“, vielmehr geht es darum, Lernformen zu finden, die allen Kindern entgegenkommen. Die Potenzialentfaltung soll im Zentrum stehen. Es werden keine Schulen am Fließband entwickelt, sondern jede sucht nach ihrem individuellen Weg, was regional ganz unterschiedlich sein kann. „Es erweitert in jedem Fall den Horizont, über den eigenen Schreibtischrand hinauszublicken“, so Kerker.

Von Kirsten Glatzer

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