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Celle Stadt Aufklärung soll Afrikanische Schweinepest im Celler Land verhindern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aufklärung soll Afrikanische Schweinepest im Celler Land verhindern
19:12 19.12.2017
Keine Speisereste wegwerfen: Möglicherweise verseuchte Schweineprodukte dürfen nicht an Straßen oder Rastplätzen entsorgt werden. - Ställe schützen: Landwirte sollten genau kontrollieren, wer ihre Schweineställe betritt. Wichtig ist saubere, nicht kontaminierte Kleidung. - Kein Import von Wurstwaren: Produkte aus betroffenen Ländern sollten nicht nach Deutschland eingeführt werden. - Jagd intensivieren: Die Wildschweinbestände sollen reduziert werden, um der Seuche weniger Angriffsfläche zu bieten. - Verzehr erhöhen: Verbraucher sollten mehr Wildschwein-Produkte essen. Der Verzehr sei unbedenklich, versichert der Kreisjägermeister Hans Knoop. - Tote Tiere melden: Spaziergänger sollten tote Wildschweine bei den Behörden melden, damit diese mit einer Tupferprobe auf die Afrikanische Schweinepest getestet werden können. Quelle: Gregor Fischer
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Die Afrikanische Schweinepest verläuft für infizierte Schweine in der Regel tödlich. Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht. Die Krankheit breitet sich über Wildschweine aus. Sie überträgt sich auch über verseuchte Speisereste, Viehtransporter und Stallkleidung. "Große Gefahr" drohe zum Beispiel von kontaminierten Wurstabfällen, die von Lastwagenfahrern an den Transitstrecken weggeworfen und von Wildschweinen gefressen würden, sagt Kreisjägermeister Knoop. "Am besten sollte gar keine Wurstware eingeführt werden." Mit Warnhinweisen an den Transitstrecken werde versucht, über die Afrikanische Schweinepest aufzuklären.

Auch Jäger können zum Überträger werden. "Dazu reicht schon etwas Schweiß oder Blut am Schuh", sagt Knoop. Kommt man mit dem Erreger in die Nähe eines Schweinestalls, kann sich die Afrikanische Schweinepest ausbreiten. Nager können die Seuche ebenfalls in die Ställe tragen.

"Wir sind keine Schweinehochburg", sagt Kreislandwirt Jürgen Mente über das Celler Land. Immerhin rund 100.000 Schweine stehen aber in den Ställen von insgesamt 127 Betrieben. "Die Afrikanische Schweinepest hängt wie ein Damoklesschwert über uns", teilt Mente die Sorgen des Kreisjägermeisters. Schon ein Seuchenfall hätte verheerende Folgen, unterstreicht Knoop: "Dann sind sofort die Grenzen zu und es gibt Sperrbezirke. Die Schweinehaltung bricht zusammen." Ein Ausbruch im eigenen Stall wäre für die betroffenen Schweinehalter "existenzgefährdend", sagt auch Mente.

Man betreibe zurzeit intensive Aufklärung, sagt Kreisjägermeister Knoop. Wildschweine sollen gemäß einer Entscheidung der Landesregierung vermehrt gejagt werden, um der Seuche weniger Angriffsfläche zu bieten. "Wir werden alles Menschenmögliche tun, um den Ausbruch zu verhindern", kündigt Knoop an.

Von Amelie Thiemann