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Celle Stadt Aufmarsch der Schützen vor dem Celler Schloss (mit Video)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aufmarsch der Schützen vor dem Celler Schloss (mit Video)
21:58 20.07.2014
Von Michael Ende
Tradition und gelebte Solidarität: Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (Mitte) zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Celler Schützen. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Ein wahrhaft majestätisches Bild bot sich am Sonntag vor dem Celler Schloss, als sich die großen und kleinen Schützenkönige der Herzogstadt mit ihrem Schützenvolk zum Aufmarsch versammelten. Über 1000 Teilnehmer hatte der Festumzug. Einer fehlte: Hauptkönig Philipp Ziemen. Er war im Krankenhaus, in das kurz zuvor sein sechs Wochen alter Sohn eingeliefert worden war.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende zeigte sich beeindruckt vom Aufmarsch und erinnerte an die tolle Zeit, die die deutsche Fußballnationalmannschaft den Menschen beschert hatte: „Auf den Tag genau eine Woche ist es her, dass hier entlang des Schlossplatzes ein Autokorso vom erfolgreichen Abschluss der Fußballweltmeisterschaft für Deutschland kündete. 2006 haben wir mit der WM in unserem Land begonnen, am Sommermärchen zu schreiben.“

Das Engagement, der Fleiß und der körperliche Einsatz, mit dem das Nationalteam auf den WM-Sieg hingearbeitet habe, lasse sich auch auf die Schützen übertragen, so Mende im Vorfeld der Veranstaltung: „Denn ohne diese Attribute ließe sich alljährlich wohl kaum ein Fest in dieser Größenordnung und mit diesem Zuspruch in der Bevölkerung auf die Beine stellen. Wenn ich sehe, wie viele Menschen sich allein heute hier versammelt haben, dann zeigt sich für mich, dass es eben nicht allein ein Fest der Schützen, sondern im wahrsten Wortsinn ein Volksfest ist. Und wer weiß, vielleicht gelingt es uns in diesem Jahr ja auch, gemeinsam ein Celler Sommermärchen zu schreiben.“

Weit schwieriger sei es, in Zeiten leerer Kassen politische Märchen zu schreiben, so Mende: „Die Stadt muss sparen und zwar gewaltig, und ich kann und will mich nicht davor drücken, Ihnen die unangenehmen Wahrheiten zu sagen. Einschnitte wird es in den kommenden Jahren an vielen Stellen geben. Auch wenn wir das so gerecht wie möglich gestalten, wird es hier und da wehtun.“ Bei allen Sparzwängen dürften die Grundstrukturen der Stadt wie etwa die Freizeit-, Kultur- und Sportangebote nicht gefährdet werden, so der OB.

Bürgerschaftliches Engagement werde in Zukunft noch wichtiger als bisher, betonte Mende: „Ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliches Wirken ist sicher auch unser Schützenwesen. Durch den unermüdlichen Einsatz der Schützen können so attraktive Veranstaltungen wie das Schützen- und Volksfest gefeiert werden. Folgerichtig stehen sie dann auch nicht auf irgendwelchen Streichlisten.“

Auf seine vorbereitete Rede verzichtete Mende – zu sehr stand er noch unter dem Eindruck des Großbrandes vom Vorabend. Er bedanke sich bei allen Feuerwehrleuten und all den anderen Helfern: „Das sind die Helden, die gekämpft haben.“ Die Solidarität gegenüber den Brandopfern, die er danach beim Fischessen der Schützen erlebt habe, imponiere ihm zutiefst, so der OB: „In dieser Stadt wird das Miteinander gelebt. Ich bin stolz auf diese Stadt und stolz darauf, dass ich hier Oberbürgermeister sein darf.“

Stolz war auch Achim Victoria, der vor dem Schloss als neuer Bürgerkönig proklamiert wurde. Er hatte sich in der Konkurrenz mit einem Teiler von 30,4 durchgesetzt. „Ich habe aus Spaß an der Freud‘ zum ersten Mal mitgemacht, und es hat gleich geklappt", freute sich der 52-Jährige. Das Schießen habe er als „kleiner Junge" bei den Schützen der Altenceller Vorstadt gelernt, so Victoria.

Michael Ende