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Celle Stadt Auftritt mit Extraklasse, aber auch mit Längen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Auftritt mit Extraklasse, aber auch mit Längen
17:19 15.06.2016
Die „Ballroomshakers“ aus Nürnberg bei ihrem ausverkauften Konzert am Sonntag im Innenhof des Celler Schlosses in der Besetzung Danniele Graves (Vocals) Angelika Traurig (Saxophon), Peter Pelzner (Gitarre), Harry Hirschmann (Kontrabass) und Jochen Schmidt (Drums). Quelle: Peter Bierschwale
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Die Sommertribüne des Schlosstheaters war mit über 300 Zuschauern praktisch ausverkauft, und die Musiker begeisterten mit ihrem professionellen Auftritt. Allerdings mussten alle Beteiligten immer wieder sorgenvoll nach oben blicken. Und ein wenig fehlte dem Auftritt spätestens in der zweiten Hälfte der Clou.

Am Morgen hatten die "Kultur querbeet"-Macher um Jürgen Wippich beschlossen, das Konzert mit den Ballroomshakers draußen im Schlossinnenhof und nicht im Schlosstheater stattfinden zu lassen. Das war eine sehr mutige Entscheidung, denn letztlich drohte Regen.

Doch die Veranstalter hatten mehr oder weniger Glück, denn bis auf wenige Tropfen blieb es trocken. Letztlich bestimmte aber doch das Wetter das Geschehen: Wippich zog den Konzertbeginn zehn Minuten vor, und die Pause fiel aus, um kein Risiko einzugehen.

Die fünf Musiker spielten zumeist recht unbekannte Kompositionen des Swing und des Rhythm & Blues in der Besetzung Danielle Graves (Gesang), Angelika Traurig (Saxofon), Peter Pelzner (Gitarre), Harry Hirschmann (Kontrabass) und Jochen Schmidt (Drums). Im Zentrum des Auftritts stand natürlich Leadsängerin Danielle Graves, die teils vom mehrstimmigen Gesang der übrigen Bandmitglieder gut unterstützt wurde. Darüber hinaus wurden der Sound der Musik insbesondere von Saxofon und Gitarre geprägt, die auch die meisten Soli übernahmen.

Peter Pelzner spielte seine Begleitakkorde und Soli auf seiner halbakustischen E-Gitarre routiniert und wie ein klassischer Swing-Musiker. Für Saxofonistin Angelika Traurig galt das im Grundsatz auch, aber mit wie viel Power sie ihre Soli spielte, das war schon beachtlich: eine Live-Musikerin der Extraklasse. Es war nicht nur die ganze Frau in extremer Bewegung, mitten in ihre hinreißende Soli setzte sie unvermittelt ein tiefes Tuten, pfiff in den höchsten Tönen oder trillerte vor sich hin. Sie dürfte die meiste Aufmerksamkeit des Publikums auf sich gezogen haben.

Doch leider hatte der Auftritt auch Längen: Wenn man von wenigen Ausnahmen absieht, waren sich die Stücke sehr ähnlich, was etwas Eintönigkeit erzeugte.

Von Peter Bierschwale