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Celle Stadt Aus der Familie in den Beruf
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16:17 04.12.2011
Abschlussveranstaltung des Neuen Starts Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Alles ist jetzt möglich!“ Hoch motiviert beendeten die 21 Teilnehmerinnen des Berufsprojektes „Neuer Start“ am Donnerstag das 12-wöchige Seminar. Zur Abschlussveranstaltung hatten die Seminarleiterinnen Dagmar Hoefs und Jutta Krumbach Vertreterinnen aller politischen Parteien gebeten, um sich einen Eindruck von den Erfahrungen der Absolventinnen zu machen.

Das Projekt spricht Frauen während und nach einer längeren Familienphase an und unterstützt sie beim Schritt in die erneute Berufstätigkeit. Das facettenreiche Programm, hochkarätige Referenten sowie der professionelle Ablauf wurden von den teilnehmenden Frauen gelobt. Neben praktischen Einheiten wie Bewerbertraining und Praktika werden auch rechtliche Fragen zur Rentenversicherung oder Möglichkeiten für allein erziehende Mütter besprochen.

„Uns wurde vor allem Mut gemacht, auch nach Jahren der beruflichen Pause wieder einen Einstieg zu finden“, betonte Teilnehmerin Carola Schöning. „Wir gehen gestärkt und mit positivem Blick in die Zukunft.“ Die Software-Entwicklerin will jetzt den Neustart in die Selbstständigkeit wagen. Ute Kettner-Rabe, technische Zeichnerin und psychologische Beraterin, hob besonders hervor, dass auch den älteren Teilnehmerinnen Perspektiven aufgezeigt werden. Für Tischlerin Claudia Zachert wurde die Teilnahme bereits zum Praxistest: „Es war eine wichtige Erfahrung zu sehen, dass ich den Alltag mit Kind und Beruf organisieren kann.“

Verschüttete Kompetenzen aufdecken, Qualifikationen und Stärken erkennen und diese selbstbewusst gegenüber potenziellen Arbeitgebern vertreten – mit diesen Zielsetzungen läuft das Projekt seit rund zwanzig Jahren erfolgreich. Im vergangenen Jahr wechselten 19 von 26 Teilnehmerinnen nach Abschluss des Seminars in die Berufstätigkeit.

„Wir starten regelmäßig mit Frauen, die sich als Hausfrau und Mutter bezeichnen, und entdecken im Laufe des Projekts hoch qualifizierte Fachkräfte“, so Dagmar Hoefs. Im diesjährigen Jahrgang reichte die berufliche Bandbreite von der Bürokauffrau und Arzthelferin bis zur Diplom-Biologin.

Möglich ist das Projekt durch die finanzielle Unterstützung der Stadt und des Landkreises, deren Gleichstellungsbeauftragte, Brigitte Fischer und Katharina Sander, die Trägerinnen sind.

„Wichtig ist es, sich ein Ziel zu setzen und dran zu bleiben“, gab Hoefs den Absolventinnen mit auf den Weg. ASF-Vorsitzende Annette von Progrell (SPD) forderte sie auf, die erworbenen Informationen weiterzugeben: „Frauen müssen sich gegenseitig stützen.“ Auch die anwesende „Neuer Start“-Gründerin Marlise Münchau betonte: „Frauen sollten sich ihrer Qualifikationen bewusst sein.“

Von Martina Hancke