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Celle Stadt Aus der Traum: Celler Unipläne schon wieder geplatzt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aus der Traum: Celler Unipläne schon wieder geplatzt
17:19 31.03.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Zusammen mit Kiron Higher Education aus Berlin wollte Mende Flüchtlinge auf ein akademisches Studium vorbereiten und an Celle binden. Jetzt hat die Verwaltung errechnet, dass es in Celle nicht genug Flüchtlinge gibt: Im Projektzeitraum von drei Jahren sollten 150 Flüchtlinge das Angebot wahrnehmen. Im Stadtgebiet leben rund 1100 Flüchtlinge, die Altersgruppe von 18 bis 35 Jahren ist mit 400 Personen vertreten. Gehe man davon aus, dass 10 bis 15 Prozent „akademisches Potenzial“ hätten und hiervon 50 Prozent Interesse an einer Hochschulqualifizierung hätten, läge die maximale Nachfrage bei 20 bis 30 Personen. Die Folge: „Daher müsste mittels Rekrutierungsstrategien über das Stadtgebiet hinaus in der umliegenden Region um Studierwillige geworben werden.“

Hinzu komme, dass die angepeilte Förderperiode nach drei Jahren ende und „nicht vorhersehbar“ sei, dass das Projekt diesen Zeitraum überleben würde. Außerdem werde der Standort Hohe Wende „ausgeschlossen“. Er sei „ungeeignet“, weil es dort nicht die passenden Gebäude gebe und dort auch noch nichts für einen raschen „Uni“-Start vorbereitet sei.

Anders als von Mende angedacht, spiele auch die Wirtschaft nicht mit, heißt es: „Im Projekt war geplant, die Celler Firmen über ein Schnittstellenmanagement einzubeziehen. Es ist derzeit nicht absehbar, ob und wie sich die Wirtschaft am Projekt beteiligt." Als unkalkulierbar wird das finanzielle Risiko eingestuft: „Die Projektkosten betragen rund 4,67 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt Celle liegt bei 20 Prozent, also bei 0,93 Millionen.“

Das Fazit des neuen Oberbürgermeisters Jörg Nigge (CDU) dürfte das Aus für die Uni-Pläne bedeuten: „Bei dem Projekt handelt es sich um eine freiwillige Leistung, die aufgrund der aktuellen Haushaltslage nicht zu rechtfertigen ist, zumal sie durch die Förderung Geflüchteter, die außerhalb des Stadtgebietes ihren Wohnsitz haben, ihre kommunale Zuständigkeit überschreitet.“