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Celle Stadt Aus für Celler Cramer-Center
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aus für Celler Cramer-Center
21:49 22.08.2017
Von Michael Ende
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Celles neuer Oberbürgermeister ist einer, der Ergebnisse sehen will. Von Cramer ist er enttäuscht. 2016 vereinbarten die Stadt und der Investor, dass bis Ostern 2017 der Kaufvertrag sowie der Durchführungsvertrag unterzeichnet sein sollten. Es wurde verabredet, dass bis zum 10. Juni die Ausführungsplanung der öffentlichen Flächen vorliegen sollte, um die Verträge unterzeichnen zu können. „Dies wurde nicht eingehalten“, so Nigge.

Stadtbaurat Ulrich Kinder hat viel Energie in das Projekt gesteckt: „Doch es hat immer wieder Verzögerungen gegeben – auch weil Herr Cramer oft die Pferde beziehungsweise Planer gewechselt hat. Wir gehen davon aus, dass er sein Center nicht vor dem Jahr 2020 eröffnen könnte, selbst wenn er heute losbauen würde."

Wichtiger als die ständigen Friktionen sei der Umstand, dass sich die Handelslandschaft in Celles Mitte geändert habe, so Nigge: „Es ist zu berücksichtigen, dass zwischenzeitlich auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwehr ein Lebensmittelhandel mit rund 600 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ein 700 Quadratmeter großer Drogeriemarkt errichtet werden soll. Außerdem ist ein Bäcker geplant. Zusammen mit dem in der Bergstraße errichteten Lebensmittelmarkt hat sich damit die Versorgungslage der Altstadt zwischenzeitlich wesentlich verbessert.“

Darüber hinaus seien die Leerstände in der Altstadt immer noch auf einem hohen Niveau, sodass die im Cramer-Center möglichen vier Einzelhandelsläden von 100 Quadratmetern Größe zu einer Verschärfung der Konkurrenz führen könnte, so Nigge: „Cramer passt nicht mehr in die Landschaft.“

Damit liegt Nigge auf einer Linie mit Altstadt-Bürgermeister Tim Übermuth (CDU). Der hatte schon im März vor Cramer und "Kannibalisierung" gewarnt: "Ich habe die Befürchtung, dass weitere Kaufkraft aus der Altstadt abgezogen wird. Ein für Einzelhändler und Gastronome investitionsfreundliches Klima zur Bekämpfung des Leerstandes sieht anders aus."

Der verschmähte Investor zeigte sich gestern enttäuscht. „Ich kann die Argumente von Herrn Nigge nicht nachvollziehen", so Cramer. "Wir wären eine Bereicherung gewesen, eine Chance – keine Bedrohung. Es ist traurig, dass wir so viel Geld umsonst investiert haben.“ Ob der Rat der Stadt Nigges Stopp noch stoppen könnte? Cramer: „Da habe ich wenig Hoffnung.“