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Celle Stadt Ausschuss: 26.000 Euro Zuschuss fürs Frauenhaus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ausschuss: 26.000 Euro Zuschuss fürs Frauenhaus
14:13 02.03.2012
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Der Ausschuss sprach sich dafür aus, in Zukunft darauf zu verzichten, jährlich eine Empfehlung für den städtischen Zuschuss abzugeben. Darüber soll der Verwaltungsausschuss beschließen, solange sich an den Zuschusskriterien – also die Förderung von zwei vollen beziehungsweise vier halben Stellen und die gewohnte Kostenaufteilung zwischen Stadt, Kreis und Land – nichts ändert. Ausschussvorsitzende Juliane Schrader (Grüne) enthielt sich der Stimme.

Das Frauenhaus ist eine Zufluchtstätte für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder von Gewalt bedroht sind. „Die Frauen kommen überwiegend mit ihren Kindern zu uns", erläuterte die Vorsitzende des Trägervereins Frauenhaus Celle, Amei Wiegel. Zur Unterstützung der Arbeit der Einrichtung wurde im vergangenen Jahr die Stiftung Frauenhaus Celle gegründet.

Das Celler Frauenhaus existiert bereits seit 29 Jahren. Die Adresse der Einrichtung ist geheim, um die Betroffenen zu schützen. Im vergangenen Jahr nahm das Haus 39 Frauen und 45 Kinder auf – darunter 15 Frauen und 23 Kinder mit Migrationshintergrund. Die Verweildauer in der Einrichtung liege zwischen zwei Stunden und einem halben Jahr, erläuterte Wiegel. Unter dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen vier Sozialpädagoginnen und Psychologinnen die Frauen beim Gang zu Ämtern, Beratungsstellen oder Anwälten. Die vier Mitarbeiterinnen haben jeweils eine halbe Stelle.

„Das Frauenhaus ist täglich 24 Stunden per Notruf erreichbar", sagte Wiegel. „Das ist eine erhebliche Belastung." Für dieses Engagement der Mitarbeiterinnen gebe es lediglich einen kleinen Zuschuss. „Die Auslastung ist unterschiedlich", fügte die Vorsitzende hinzu. „Mal ist es rappelvoll, mal weniger." Das Alter der Frauen liege schwerpunktmäßig zwischen 26 und 35 Jahren. „Aber auch Frauen über 44 oder 50 suchen die Stätte auf und versuchen, sich neu zu orientieren." Mit anderen Häusern in Deutschland sei man „hervorragend vernetzt", so dass niemand abgewiesen werden müsse, sagte Wiegel.

Nach Angaben der Vorsitzenden schaffen es fast 90 Prozent der Frauen, aus der Gewaltspirale auszubrechen. Manche Frauen gehen allerdings wieder zu ihrem gewalttätigen Mann zurück.