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Celle Stadt Ausstellung „Drei Mal Kunst“ in der Fachwerk-Galerie am Kleinen Plan
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ausstellung „Drei Mal Kunst“ in der Fachwerk-Galerie am Kleinen Plan
16:24 07.11.2010
Drei Mal Kunst in der Galerie am Kleinen Plan. - Edel Klatt - Ölbilder, Dietrich Klatt - Fotografien, Ingried Ch. Meyer - Objekte - Meyer: "Powerfrau" Quelle: Aneka Schult
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Ingried Ch. Meyer, Bildhauerin und Keramikerin aus Hermannsburg, sucht „Licht“, „Sehnsucht“, „Zeitspuren“ oder „Erinnerungsräume“ im Stein. Als Reliefs, Steinplatten auf weißem Grund, treten die plastischen Objekte in den Raum. Darüber hinaus sind da Skulpturen und Installationen, wie „Homo“, „Besserwisser“, „Überbrückung“ oder Powerfrau“. Sogar ihr eigenes „Paradiesgärtlein“ erschafft sich Meyer aus Ton. Trotz des steinernen Grundes bleibt die Wirkung sehr malerisch. Das Andocken an Archaisches, erdige Farben sowie die schrundige Oberflächenstruktur gibt den Objekten etwas Geheimnisvolles. Der Stein als Träger von Botschaften ist so alt wie die Zeit. Stein, Zeichen und Zeit sind auch Themen der als ästhetische Dokumentaristen auftretenden Fotografien Dietrich Klatts. Der in Celle unter anderem für die „Architekturmeile“ bekannte Künstlerchronist begibt sich mit Stadtporträts auf stilistische Spurensuche. Seine Farb-Fotografien zeigen Architekturdetails, die er auf Bahnhofstraße und Trift aufgespürt hat, wie Häuser schmückende Zierelemente aus dem Jugendstil. Durch Ausschnitt und Zoom werden Motive vor Augen gerückt, die dem flüchtigen Passanten verborgen bleiben. Klatt plant bereits die „Architekturmeile II“ der Bürgerstiftung Celle.

Porträts schafft auch Edel Klatt, die künstlerisch ihre Eigenständigkeit bewahrt hat, was in Künstlerehepaaren eher selten sei, wie Ralf Busch erklärte. Ihre Porträtkunst markiert die Gesichtslosigkeit der Abgebildeten. Diesen scheinbar paradoxen Ansatz benutzt Klatt im Sinne „Kleider machen Leute“. Gehüllt in farbigste Kleiderstücke aus aller Herren Länder geben ihre Kopflosen Auskunft über historische, kulturelle und gesellschaftspolitische Zustände, soziale Einbindung wie Isolation. Dieses Vorgehen sei, so Busch, nicht neu. Es gab es bereits in der Fotografie der 20er Jahre in Prag. Für Klatt ist es der Zugang zum menschlichen Miteinander und zwar nicht, wie die Unvollständigkeit glauben ließe, realitätsentrückt, sondern wirklichkeitsnah. Peter Hartten aus Hermannsburg spielte zur Eröffnung auf dem Akkordeon.

●Öffnungszeiten: Die Ausstellung läuft in der Galerie am Kleinen Plan, Mauernstraße 32, bis 28. November freitags von 16 bis 19 Uhr, sonnabends von 11 bis 16 Uhr, sonntags von 11 bis 14 Uhr.

Von Aneka Schult