Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Ausstellung „Fräulein Rabbiner Jonas“ in Celler Synagoge eröffnet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ausstellung „Fräulein Rabbiner Jonas“ in Celler Synagoge eröffnet
12:47 27.04.2018
Quelle: Christina Matthies
Celle Stadt

In Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zeigt das Stadtarchiv Celle seit Donnerstag „Fräulein Rabbiner Jonas“ – eine kleine, aber feine Ausstellung über den Werdegang dieser außergewöhnlichen Frau. „Wir freuen uns ganz besonders, dass wir damit ein frauengeschichtliches Thema aufgreifen können“, so Stadtarchivarin Sabine Maehnert anlässlich der Eröffnung in der Celler Synagoge.

Die Ausstellung des Centrum Judaicum Berlin spannt den Bogen von Jonas’ Leben und Wirken bis in die heutige Zeit – und legt auch die Vermutung nahe, dass mit ihrem Tod in Auschwitz 1944 eine Entwicklung unterbrochen wurde, die sich erst nach Jahrzehnten weiter fortsetzen konnte: Erst 1972 wurde mit Sally Priesand in den USA wieder eine Frau zur Rabbinerin berufen – Bea Wyler, erste Rabbinerin in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges, trat ihr Amt in Oldenburg 1995 an. Inzwischen gibt es rund 1000 Rabbinerinnen im liberalen Judentum. „Und da ist wohl keine unter uns, die sich nicht mit Regina Jonas’ Weg identifizieren kann“, erklärt Elisa Klapheck, Rabbinerin in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt.

Ihr ist es zu verdanken, dass die Erinnerung an das „Fräulein Rabbiner Jonas“ Ende der neunziger Jahre wiederbelebt werden konnte – inspiriert von Jonas‘ bescheidenem Nachlass entschied sich Klapheck, damals noch als Journalistin tätig, die rabbinische Prüfungsarbeit der von den Nationalsozialsten ermordeten Berliner Jüdin zu veröffentlichen.

1902 geboren, absolviert Jonas das Öffentliche Oberlyzeum in Berlin-Weißensee und erhält 1924 die Lehrbefähigung für höhere Mädchenschulen. Noch im selben Jahr schreibt sie sich an der liberalen Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin ein, wo Rabbiner und Religionslehrer ausgebildet werden. „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“ lautet der Titel von Jonas’ Abschlussarbeit, in der sie mit der Schlussfolgerung, dass dem „außer Vorurteil und Ungewohntsein fast nichts“ entgegenstehe, selbst die religionsrechtliche Begründung für ihre Ordination liefert.

Ordiniert wird Regina Jonas nach ihrem Abschluss im Jahr 1930 zunächst jedoch nicht: Erst 1935 nimmt der Offenbacher Rabbiner Max Dienemann ihr die mündliche Prüfung ab und erteilt ihr anschließend die Ordination. Sie arbeitet als Religionslehrerin für die Jüdische Gemeinde in Berlin und übernimmt zusätzlich die rabbinisch-seelsorgerische Betreuung in jüdischen Altenheimen und Krankenhäusern. Als nach 1938 durch die Emigration von Rabbinern die Zahl der Gemeinden ohne reli-giöse Führung steigt, besucht Jonas im Auftrag der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland diese Gemeinden, um dort zu predigen. 1942 wird die Rabbinerin nach Theresienstadt deportiert und setzt ihre Arbeit dort fort. 1944 wird Jonas im KZ Au-schwitz-Birkenau emordet.

Regina Jonas’ Weg sei mit Diskri-minierung und Kampf verbunden gewesen, sagt Klapheck. „Alle Rabbinerinnen sind Kämpfernaturen, und haben sich bis zu einem gewissen Punkt durchbeißen müssen.“ Rabbinerinnen hätten es auch heute noch nicht immer leicht – es sei jedoch ein Privileg, die Erneuerung des jüdischen Lebens in Europa begleiten zu dürfen.

Von Christina Matthies

180 Grundschüler sind an der Show im Projektzirkus "Laluna" beteiligt. Am Mittwochnachmittag war große Premiere im Französischen Garten.

26.04.2018

Sobald man überlegt, wo man im Leben mit Öl zu tun hat, wird man merken: Eigentlich überall. Öl wird benötigt, wenn man zur Arbeit fährt oder beim Kochen. Mit "Ölfieber" zeigt das Schlosstheater Celle ein Theaterevent am Originalschauplatz auf dem Gelände des Deutschen Erölmuseums Wietze. Und mit dem "Kochstudio" im Malersaal stimmte es mit Öl- und Bohrgeschichten darauf ein.

26.04.2018

Hier entsteht ein Stück Natur – und ein sehenswertes Fotomotiv: Im Rahmen der CZ-Aktion "Celle blüht auf" hat Oberbürgermeister Jörg Nigge (zweiter von links) zusammen mit (von links) den CZ-Redakteuren Maren Schulze und Michael Ende, Grünbetriebs-Fachdienstleiter Jens Hanssen und seinem Kollegen Danny Matthe im Schlosspark ein Wildblumen-Beet angesät. In direkter Nachbarschaft der Bronze-Hengstes "Wohlklang" wird hier vor der Kulisse des Herzogschlosses ein rund 50 Quadratmeter großes Refugium für Insekten und Kleintiere entstehen. "Wir brauchen viel mehr solcher Flächen – die CZ-Aktion finde ich klasse", sagte Nigge. 

Michael Ende 21.09.2018