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Celle Stadt Ausstellung „Kontraste“ mit Werken von Esperanza und Dietrich Ungerer sowie Waldemar Mirek im Atelier 22 in der Celler Bahnhofstraße
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ausstellung „Kontraste“ mit Werken von Esperanza und Dietrich Ungerer sowie Waldemar Mirek im Atelier 22 in der Celler Bahnhofstraße
13:39 11.11.2010
Ausstellung Kontraste mit Esperanza und Dietrich Ungerer und Waldemar Mirek im Atelier 22 - Besucher vor Arbeiten von Waldemar Mirek Quelle: Aneka Schult
Celle Stadt

Die große Form bei dem in Hannover lebenden Mirek, der 1962 in Przeworsk, Polen, geboren ist, in Lublin Kunst studierte und eine Ausbildung in Malerei und Keramik genoss, bedeutet nicht, dass seine Bilder keine Geheimnisse besitzen. Im Gegenteil. Aber es ist die Malweise, die an Kinderbilder, an großflächig-phantasievolle, narrative Kompositionen in Märchenbüchern erinnert, die, verstärkt durch dominante, klare Farben, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenkt. Dieser vermag kaum, sich der gewitzten Aufdringlichkeit der großmundigen, aus Riesenaugen glotzenden Frösche, Katzen und Fische zu entziehen. Dass Mireks Arbeiten etwas Episodisches haben, Geschichten erzählen, verraten Titel wie „Der Panther von Rilke“, „Schwimm mit mir“, Professor Frosch mit Klasse“ oder „Waldi will ein Keks“. Auch ein grell-rotes Flusspferd holt im Titel „Gespräch oder Küss den Marienkäfer“ weiter aus. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen findet in Mireks Arbeiten ihren Widerhall.

Farbe liebt auch Esperanza Ungerer, wie ihr Großformat „La Luna“ zeigt. Hier sind es Stimmung, Geste und Emotion, die den Malakt dominieren. Ungerer, geboren in Barcelona, Modistin und Schaufensterdekorateurin, kam 1966 in Deutschland an. Über VHS-Kurse vertiefte sie ihre Malleidenschaft, trat 2003 dem Amateur-Malkreis Celle und 2009 dem „Atelier 22“ bei. Sie reizt die Dynamik im Bild, während Dietrich Ungerer die eher stille Sprache von Architekturen, den detailreichen, nur indirekten Verweis auf Zivilisation fasziniert. Titel wie „Siesta“ oder „Waschtag“ deuten auf die Statisten dieser Kulissen hin, die keine toten, sondern belebte Orte darstellen. So wie „Nachtschicht“ mit der Aura einer Stadtsilhouette spielt, die im menschlichen Kontext steht. Poetischer wird’s in „Des Fischers Haus am Fluss“, in den Santorini-Bildern ruht weiße Architektur im Licht. Auch Esperanza Ungerer zeigt ein „Südländisches Haus“, „Barcelona Altstadt“ und „Girona“ neben Blumen und farbigem Himmelslicht.

Daneben stellt Ewdokia Kulikova Schmuck, Hans-Peter Haastert Holzskulpturen aus.

●Öffnungszeiten: Bis 8. Dezember im Atelier 22, Bahnhofstraße 21, mittwochs bis freitags 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, sonnabends 11 bis 17 Uhr.

Von Aneka Schult