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Celle Stadt Ausstellung „Unter Wasser: Atmen“ im Celler Frottee Lädchen eröffnet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ausstellung „Unter Wasser: Atmen“ im Celler Frottee Lädchen eröffnet
14:07 20.09.2017
Gritt Wuttke bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Unter Wasser: Atmen“ im Frottee Lädchen in Celle. Quelle: Oliver Knoblich
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Fische, Nixen und ein magisches Reich unter Wasser machen allerdings nur einen Teil der Ausstellung aus. Passend zur modischen Ausstattung des Geschäfts präsentieren sich kleine und größere Modells in buntgemixten Kleidungsstücken keck dem Betrachter. Mit nur wenigen, gekonnten Strichen zum Leben gebracht hat die Celler Künstlerin eine fröhliche, lebenslustige Schar von Frauen auf Papier gebracht und sie mit Stoffresten, Musterpapier und ähnlichen Materialien angekleidet – ein bisschen erinnert es an eine moderne Version von früheren Papp-Anziehpuppen. Und vielleicht ist diese Assoziation ja sogar gewünscht, denn Grit Wuttke wirkt stets auch mit und für die Seele.

Ihre Einleitung zur Eröffnung von „Unter Wasser: Atmen“: „In meinen Bildern geht es darum, in ein fremdes Medium einzutauchen und entdecken. Bewegungen verändern sich unter Wasser, Stille wird spürbar. Tatsächlich gibt es noch unbekannte, tiefe Territorien unter Wasser. Und das in einer Welt, in der es keine Wunder mehr zu geben scheint.“

Man soll fühlen, was man sieht – und Abtauchen in etwas Fremdes und doch einnehmend Behütendes. Das Wasser ist hier nicht bedrohlich oder gewaltig. In zartem blau und grün tummeln sich Fische und Frauengestalten – ja schlafen sogar – zwischen Wasserpflanzen in goldenen Lichtreflexen der Sonne. Man kann tatsächlich die Seele baumeln lassen, bei ihrem Anblick. – Ein Gefühl, dass Karin Lohöfener mit den vorgetragenen „Wassergedichten“ noch unterstreicht.

Die Seele lacht mit den mal grazil tänzerischen, mal opulent lebensrunden Frauen, die sich selbstbewusst in ganzer Fülle und Körperlichkeit präsentieren – wie Pin-Ups in knappen Bikinis. Zur Frau in Form kommt die Bewegung. Und in diesem Malstil ist alles mit einer Leichtigkeit kombiniert, die damit wieder den Schulterschluss findet zum Wasser.

Von Doris Hennies