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Celle Stadt Ausstellung und Buch über Celles erste praktische Ärztin: Gertrud Lamprecht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ausstellung und Buch über Celles erste praktische Ärztin: Gertrud Lamprecht
18:13 07.09.2016
Von Andreas Babel
Die praktische Ärztin Dr. Gertrud Lamprecht war die erste niedergelassene praktische Ärztin in Celle. Sie arbeitete hier nahezu bis zu ihrem Tod 1978. Geboren wurde sie 1891. Quelle: Sammlung Gerd Lamprecht
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Wenn zum 125. Geburtstag eines Menschen eine Ausstellung eröffnet wird und ein Gedenkbuch für diese Person erscheint, dann muss die derartig gewürdigte Person weit über das normale Maß gewirkt haben. Und dann braucht es natürlich einen anderen Menschen, der diesem Würdigen ein Denkmal zu setzen bereit ist.

Die Rede ist von Dr. Gertrud Lamprecht, ihres Zeichens die erste niedergelassene Ärztin in Celle. Sie hatte nicht nur das Glück, 57 Jahre in der einstigen Residenzstadt zum Wohle ihrer Patienten gewirkt haben zu können, mit dem herausragenden Künstler Erich Klahn einen langjährigen Begleiter gehabt zu haben, sondern auch einen Neffen, dem es 38 Jahre nach ihrem Tod ein Bedürfnis ist, seiner geliebten Tante ein literarisches Denkmal zu setzen.

Der frühere freie CZ-Mitarbeiter Gerd Lamprecht (Jahrgang 1937) hat im Selbstverlag die zweite, erweiterte Auflage seines „Gedenkbüchleins für Dr. med. Gertrud Lamprecht“ herausgegeben. „Geh‘ nach Celle...“ heißt das Buch. Damit greift er ein Zitat ihres Vaters, eines Hamburger Oberlandesgerichtsrats, auf, der diese Empfehlung aussprach, weil Celle noch ein Gesicht habe.

Ein liebevoller Dialog zwischen Neffe und Tante zieht sich durch das Buch, das eine Ärztin vor dem geistigen Auge entstehen lässt, die auch heute noch als Vorbild taugt. „Gertrud Lamprecht war ein Stück verkörperter Barmherzigkeit“, schreibt ihr Neffe. Das werden die wenigen Menschen, die das Glück hatten, sie noch kennengelernt zu haben, sicher auch so sehen. Und auch der Leser, der sie nicht kannte, wird diese Einschätzung nach den Schilderungen aus berufenen Mündern nachempfinden können.

Die Betrachtungen gehen an einer Stelle sehr tief, wenn der Ärzte-Philosoph Karl Jaspers nämlich seine Ansichten zum Heilberuf darlegt. Für ihn ist der, „der den Menschen sieht“, der Idealtyp des Arztes. Und das war Gertrud Lamprecht ganz sicher.