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Celle Stadt Ausstellung zeigt Briefe aus KZ Bergen Belsen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ausstellung zeigt Briefe aus KZ Bergen Belsen
18:13 23.11.2018
In den Räumen vor der Celler Synagoge werden auf Tafeln zehn der groß gedruckten Gedichte gekoppelt mit Fotos präsentiert. Quelle: David Borghoff
Celle

Felix Hermann Oestreicher war ein böhmischer Arzt, der mitsamt Frau und drei Kindern auf der Flucht vor den Nazis nach Amsterdam kam und dort verhaftet wurde. So kamen er und seine Angehörigen im Januar 1944 ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dort lebte er bis zu seiner weiteren Verbringung in den Osten, wo er an den Folgen des KZ-Aufenthalts starb, und verfasste heimlich ein Tagebuch, das seine drei mit im Lager befindlichen Töchter in die Freiheit gerettet haben. Zwischen den täglichen Notizen finden sich 19 Gedichte, die auf jeweils ganz eigene Weise das Leben im Lager beleuchten. Sie reflektieren auf eine literarisch bemerkenswerte Weise das Erlebte im Lager und dessen Wirkung auf den Schreiber, die Familie und teilweise auch auf andere Gefangene.

Ausstellung in der Celler Synagoge

In einer kleinen Ausstellung in den Räumen vor der Celler Synagoge werden auf Tafeln zehn dieser groß gedruckten Gedichte gekoppelt mit Fotos, die auf jeweils unterschiedliche Weise als biografischer Kommentar zu den Gedichten verstanden werden können. Es beeindruckt in dieser Ausstellung nicht nur die sprachliche Kraft der Texte von Oestreicher, sondern auch das Konzept, diese Fotos dazu zu kombinieren, ja geradezu zu komponieren. Dazu kommt noch, dass man im Hintergrund auf den Tafeln als grafische Grundstruktur die Handschrift Oestreichers erkennen kann. Diese Aspekte der von der Gedenkstätte Bergen-Belsen konzipierten Ausstellung können als ausgesprochen gelungen angesehen werden.

Ergänzende Infos fehlen

Jedoch ist diese Ausstellung trotzdem für den Betrachter nur bedingt ertragreich, denn die biografischen Hintergründe, die Thomas Rahe von der Gedenkstätte Bergen-Belsen bei der Eröffnung der Ausstellung so außerordentlich kenntnisreich erläuterte und die den Anwesenden einen direkten Zugang zum Schicksal dieser Familie und zu den Gedichten eröffnete, diese Informationen werden in der Ausstellung nicht vermittelt. Nur so erschließen sich aber diese Gedichte in ihrem Inhalt. Wer diese Informationen nicht hat, der kann nur die sprachliche Oberfläche der Texte aufnehmen. Dann erschließt sich einem aber die vielschichtige Aussagekraft dieser Gedichte und der Ausstellung nicht. Ergänzende Infos wären daher dringend notwendig, fehlen aber. Das ist sehr bedauerlich. Aber auch die Tatsache, dass man diese Ausstellung in den arg beengten Räumen vor der kleinen Celler Synagoge ohne die ursprünglich angekündigte Medienstation realisierte, ist nicht ideal. Man fragt sich ohnehin, warum die Geschichte der Celler Juden und auch das so umfassende Thema Bergen-Belsen nicht im Bomann-Museum angesiedelt ist, denn schließlich versteht sich dieses doch unter anderem als ein Museum zur Landesgeschichte.

Von Reinald Hanke

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