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Celle Stadt Autofahrer sollen Rücksicht auf Tiere nehmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Autofahrer sollen Rücksicht auf Tiere nehmen
15:51 05.04.2013
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Mit steigenden Tagestemperaturen beginnt die alljährliche Krötenwanderung. Insbesondere Erdkröten, aber auch zahlreiche andere Amphibien wie Spring- und Grasfrösche, Molche und Salamander, wandern jetzt zu Tausenden innerhalb weniger Wochen von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Eine erhebliche Gefahr geht dabei vom Autoverkehr aus. Beim Überqueren der Straßen, die ihre natürlichen Wanderrouten kreuzen, sterben zahlreiche Tiere.

Der Celler Tierschutzverein Celle appelliert daher an alle Autofahrer, Rücksicht auf die Tiere zu nehmen. „Insbesondere in der Dämmerung und bei feuchter Witterung sollten Autofahrer besonders vorsichtig sein, auf Hinweisschilder achten und das Tempo drosseln", erläutert Heidemarie Peters, Vorsitzende des Celler Tierschutzvereins.

Vorsicht ist nicht nur in Gegenden geboten, in denen Kröten wandern, sondern in allen Regionen, in denen Wälder und Felder von Straßen durchzogen sind. Hier können Rehe, Wildschweine und Füchse, aber auch viele in Deutschland heimische Kleinsäuger die Straßen kreuzen.

Alljährlich werden mehr als 200.000 Rehe und Hirsche und weit über 20.000 Wildschweine durch Unfälle im Straßenverkehr getötet. Die Opferzahlen bei Vögeln und Kleinsäugern werden um ein Vielfaches höher geschätzt. Das immer dichter werdende Straßennetz und der insgesamt zunehmende Straßenverkehr werden vielen wild lebenden Tieren zum Verhängnis. Auch Marder, Feldhasen, Igel und andere Kleinsäuger werden bei dem Versuch, die Straßen zu überqueren, um zu Futterstellen oder in ihren Bau zu gelangen, von Fahrzeugen erfasst.

Auf Massenwanderungen von Erdkröten wird auch im Landkreis mit der Sperrung besonders betroffener Straßen oder der Errichtung von Krötenzäunen, -tunneln oder -brücken reagiert. Nach einer Statistik des Nabu werden etwa 4000 Amphibien im Landkreis Celle jedes Jahr vor den Zäunen weggeholt und umgesetzt.

Wild lebende Säuger können hingegen nur unzureichend durch Zäune geschützt werden. „Einzig rücksichtsvolles und besonnenes Fahren hilft hier die Unfallgefahr zu mindern“, so Peters.