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Celle Stadt Autoprolls stören Anwohner in der Celler Innenstadt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Autoprolls stören Anwohner in der Celler Innenstadt
17:21 20.09.2017
Von Dagny Siebke
Was passieren kann, wenn man als Autofahrer mit erhöhter Geschwindigkeit um die Kurve saust, hat Anfang August ein 36-jähriger Celler zu spüren bekommen. An der Westcellertorstraße prallte er mit seinem Alfa Romeo GT frontal gegen einen Bus. Die drei Autoinsassen wurden schwer verletzt. Quelle: Christian Link
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An der Westcellertorstraße krachte Anfang August ein Raser mit seinem Alfa Romeo GT frontal gegen einen Bus. Augenzeugen sahen den schwarzen Wagen mit quietschenden Reifen aus Richtung Schloßplatz kommen, bevor er am Trüller-Gebäude in Richtung Thaerplatz aus der Kurve geflogen ist.

„In der Celler Innenstadt fahren jeden Abend und in der Nacht Autos und Motorräder mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Wir wohnen in der Brauhausstraße und bekommen das jeden Tag mit“, schreibt eine Anwohnerin beim Nachbarschaftsportal nebenan.de, die sich beim Ordnungsamt beschwert hat. Es gebe Fahrzeuge, die so präpariert seien, dass Motor oder Auspuff besonders viel Lärm machen. „Auf einem Fahrzeug, das ich gesehen habe, stand 'Exhaust' drauf.“

An der Schuhstraße sind die Poller gerade außer Betrieb wegen der Baustelle an der Hehlentorstraße. Eine Anwohnerin erzählt: „Als Fußgänger ist es unmöglich hier ungestört zu Fuß zu gehen oder sich draußen im Café zu unterhalten. Trotz Fußgängerzone hat man oft das Gefühl, an der B3 zu wohnen. Anlieger, die wie ich hier wohnen, müssen natürlich rein und auch der Ladeverkehr, der die Geschäfte beliefert. Leider wird das aber durchgehend von Leuten genutzt, die nur durchfahren wollen und das tun die rücksichtslos mit hoher Geschwindigkeit und laut knatternden Autos.“

Inzwischen sind auch bei der Polizei mehrere Beschwerden von Bürgern über Autoprolls eingegangen. Sprecher Peter Großmann kündigt an, dass die Polizeiinspektion Celle daher in nächster Zeit verstärkt Kontrollen in der Innenstadt durchführen werde. „Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich hierbei jedoch um wenige Einzelpersonen, die aber keine Autogang sind. Von einer Aufschrift ‚Exhaust‘ an einem oder mehrerer dieser Fahrzeuge ist uns derzeit nichts bekannt.“

Stadtsprecherin Myriam Meißner ergänzt: „Offensichtlich mutwilligen Geschwindigkeitsüberschreitungen kann mit baulichen oder verkehrsbehördlichen Maßnahmen nicht wirksam begegnet werden.“

Anwohner wünschen sich Poller: Ein weiterer Nachbar ärgert sich über Verkehrsrüpel, die direkt von der Westcellertorstraße auf den Großen Plan fahren. „Das darf eigentlich auch nicht sein.“ Daher schlägt er auch dort Poller gegen die Autofahrer, die über die Fußgängerzone abkürzen. Doch die Stadtverwaltung ist gegen weitere Hindernisse. „Nein, die Erreichbarkeit mit Kraftfahrzeugen für Anwohner, Kunden und Anlieferungen wäre stark beeinträchtigt.“ Auch Polizei und Feuerwehr müssten hier durchkommen.

Mancher Anwohner überlegt sogar, aus der Altstadt wegzuziehen wegen des Lärms. „Zumindest nach 19 Uhr sollten die Straßen der Altstadt für fremde Fahrzeuge, besonders Motorräder, geschlossen werden. Hier herrscht keine Nachtruhe. Alles, was die Stadt kontrolliert sind die Parkplatzgebühren. Wäre das nicht schön ohne Autos? Celle ist wirklich sehr klein. Die Paar Schritte zur Altstadt sind doch kein Problem.“

Fußgängerampel am Schloßplatz: Besonders gefährlich seien Linksabbieger am Schloßplatz, die aus der Runden Straße kämen und oft nicht auf die Fußgängerampel achten würden, stellt eine Nachbarin fest. „Dies ist besonders für Kinder gefährlich, die sich darauf verlassen, dass sie sicher bei einer grünen Fußgängerampel die Straße überqueren können.“ Doch die Polizei kann hier keine Gefahrenstelle erkennen: Von 2013 bis heute sind dort lediglich drei Verkehrsunfälle bekannt geworden. „Die dortige Ampel spielte in diesen drei Unfällen ebenso wenig eine Rolle wie Fußgänger“, so Großmann.