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Celle Stadt Bärbel Schäfer in Celle: "Das Leben ist nicht planbar"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bärbel Schäfer in Celle: "Das Leben ist nicht planbar"
15:06 26.06.2018
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Hubertus Meyer-Burckhardt, der nach eigener Aussage Frauen interessanter und vielschichtiger findet als Männer, gelingt es ohne Umschweife in das Gespräch mit der Fernseh- und Hörfunk-Moderatorin Bärbel Schäfer einzusteigen. In Kunst und Bühne treffen damit zwei Talk-Profis aufeinander. Bärbel Schäfer hat selbst mehr als 1500 Mal ihre eigene Talkshow beim Privatsender RTL moderiert und ist jeden Sonntag im Hessischen Rundfunk mit einem Talk-Gast zu hören.

In der 55-minütigen Aufzeichnung entwickelt sich ein intensives Gespräch über politische Haltung, Verlust und Trauer, Lebensfreude und Glaube. Die gelernte Hotelkauffrau und studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftlerin redet offen über ihre Jugend im bunten Bremer Steintorviertel und ihre eigene politische Sozialisation. Sie erzählt, dass ihr konservatives und eher distanziertes Elternhaus kaum Verständnis für die Fragen der damals 14-Jährigen hatte. Weder die Eltern noch die Großeltern wollten über die eigene Rolle im Nationalsozialismus sprechen.

Als sie 1998 erst ihren Lebenspartner und dann 2013 den jüngeren Bruder durch einen Autounfall verliert, waren das tiefe Krisen für die heute 54-Jährige. In ihrem Buch „Ist da oben jemand? Weil das Leben kein Spaziergang ist“ hat sie sich mit der Frage befasst, ob der Glaube eine Kraftquelle sein kann und trotz intensiver Auseinandersetzung keine Antwort gefunden. Sie habe gelernt, dass das Leben nicht planbar sei und nach schweren Verlusten wieder Phasen des Glücks möglich sind – auch wenn die Trauer nie ganz weg sei.

Bärbel Schäfer, die seit 2004 mit Michel Friedman verheiratet ist und zum jüdischen Glauben konvertierte ärgert sich, dass sie seitdem oft zu ihrem religiösen Leben befragt wird. Als sie noch Protestantin war habe es keinen interessiert, als Jüdin werde sie ständig befragt. Dabei sei sie nicht streng gläubig. Aus einer eher zufälligen Begegnung mit der Auschwitzüberlebenden Eva Szepesi ist ihr Buch „Meine Nachmittage mit Eva. Über Leben nach Auschwitz“ entstanden. Die damals 11-jährige Jüdin hat mehr als 50 Jahre geschwiegen und nicht einmal mit ihrem Ehepartner, der selbst Lageropfer war, über ihr Leid sprechen können. Bärbel Schäfer lässt es sich nicht nehmen, den Bogen zur aktuellen Situation zu schlagen und verweist auf die politische Lage in Polen oder Ungarn sowie die rechten Strömungen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden und sagt: „Wir höhlen uns aus, wenn wir weghören… Die Stimmen für die Demokratie sind relativ leise, die Stimmen des Hasses sind hingegen laut.“

Von Marion Peterson

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