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Celle Stadt Bäume im Celler Land gesund wie selten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bäume im Celler Land gesund wie selten
17:10 20.07.2017
Im Celler Land gibt es nur vereinzelt Eichenprozessionsspinner. Die Wetterverhältnisse haben die Bäume besonders widerstandsfähig gemacht. Quelle: Smileus
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Hat sich der Schädling schon über die Kreisgrenze hinaus ins Celler Land ausgebreitet? Revierförster Sören Obermann, dessen Zuständigkeitsbereich sich bis nach Hohne an die Kreisgrenze zu Gifhorn erstreckt, gibt Entwarnung: "Wir haben keine Auffälligkeiten verzeichnet." Und auch Hans-Martin Hauskeller sieht als Leiter des Forstamts Unterlüß keine Gefahr für den Celler Norden. "Diese Tiere sterben nie ganz aus", sagt er über die Raupen des Eichenprozessionsspinners, "aber wir haben sie hier nur vereinzelt."

Das bestätigt der Landkreis Celle. In diesem Jahr habe es noch keine Meldungen zu Eichenprozessionsspinnern gegeben, teilte Pressesprecher Holger Harms mit. Im vergangenen Jahr musste allerdings die Gemeinde Eldingen an einem Gemeindeweg in Metzingen tätig werden und ein Gespinstnest entfernen.

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich begünstigt durch die Klimaerwärmung immer weiter aus. Die Raupen schlüpfen im April und Mai. Auf der Nahrungssuche nach den Eichenblättern bewegen sie sich hinter- oder nebeneinander her und bilden so die namensgebende Prozession. Die Prozessionsspinner sind aber nicht nur für die Eichen gefährlich, sondern auch für Menschen nicht ganz harmlos. Die feinen Gifthärchen der Raupen können bei Kontakt zu Hautjucken, Atemnot oder einem allergischen Schock führen.

In diesem Jahr seien die Bäume besonders widerstandsfähig gegen Schädlinge, berichtet Hauskeller. "Der Witterungsverlauf hat Positives bewirkt", sagt der Forstamtsleiter. Der "sehr ergiebige Regen" habe die Bäume gestärkt. "Das Blattwerk ist satt wie selten", schwärmt Hauskeller. Die gute Wasserversorgung trage zur Gesundheit der Bäume bei. So seien beispielsweise die Fichten in der Lage, sich gegen Borkenkäfer, die zur Eiablage Gänge in Rinde oder Holz bohren, zur Wehr zu setzen. Die Fichten könnten dank der guten Wasserversorgung genug Harz produzieren, um bei Bohrversuchen des Borkenkäfers mit Harzfluss zu reagieren, erläutert Hauskeller. "In einem Harztropfen kann der Borkenkäfer eingeschlossen werden", beschreibt der Forstamtsleiter den Abwehrmechanismus der Fichten.

Im Sommer sei es häufig so, dass einige Bäume Trockenerscheinungen zeigen, erzählt Hauskeller. Regnet es zu wenig, geraten die Bäume in sogenannten Trockenstress. "Das sehen wir zurzeit nicht." Auch Revierförster Obermann ist mit der Witterung zufrieden: "Die Wetterverhältnisse passen dieses Jahr und sind ausgewogen." Denn nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Wasser könnten bei den Bäumen Stress und Schäden verursachen.

So positiv die Baumgesundheit im Celler Land zurzeit ist – Forstamtsleiter Hauskeller bremst die Euphorie: "Das ist nur eine Momentaufnahme und kann sich schnell ändern."

Von Amelie Thiemann