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Celle Stadt Bahn gibt sieben Verladestationen im Landkreis Celle auf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bahn gibt sieben Verladestationen im Landkreis Celle auf
18:25 19.12.2013
Die Bahn-Tochter DB Schenker hat den Vertrag mit der OHE Cargo gekündigt Quelle: Juergen Hoerstel
Celle Stadt

Die Bahn-Tochter DB Schenker hat den Vertrag mit der OHE Cargo gekündigt und wird ab sofort mehrere Holzverladestellen an den Schienenwegen im Landkreis Celle nicht mehr anfahren (siehe Kasten). Das bestätigte gestern eine Sprecherin des Unternehmens. „Wir werden die Strecken selber bedienen und die Verladestellen konzentrieren, damit es wirtschaftlicher wird”, so die Sprecherin. Es werde aber kein Holzkunde abgehängt. Grund für die Kündigung des Vertrages seien Preisverhandlungen gewesen.

Für die OHE bedeutet das einen Auftrag weniger, für die Anwohner mehr Lastwagenverkehr auf der Straße, denn schließlich müssen die 150.000 bis 200.000 Kubikmeter Holz, die im Jahr aus den Celler Wäldern geholt werden, trotzdem zur Verladung gelangen. Laut Wilfried Tinat, Betriebsratsvorsitzender der OHE, hatte die DB Schenker das Celler Unternehmen vor die Wahl gestellt, bis zu 50 Prozent weniger bezahlt oder eine Kündigung zu bekommen. „Für mich ist so etwas die Pistole auf die Brust setzen”, so Tinat.

Mario Carl, Geschäftsführer bei einer Tochter der DB Schenker, verteidigte die Aufgabe der kleineren Verladestationen. „Teilweise wird in der Woche dort nur ein Waggon mit Holz beladen. Der Einsatz von Dieselloks ist dabei wesentlich teurer als Laster”, so Carl.

Landrat Klaus Wiswe sieht die Schließung ziemlich kritisch. „Die OHE Cargo war lange das Sorgenkind. Jetzt waren wir erfreut zu hören, dass endlich wieder schwarze Zahlen geschrieben werden”, so der Landrat. Der Kreis hält an der OHE 5,6 Prozent. Wenn dieser Auftrag wegfalle, sei das wieder ein Rückschritt. „Außerdem muss sich die OHE natürlich auch die Frage der Wirtschaftlichkeit der Strecken stellen. Wenn es die Kooperation nicht mehr gibt, ist die Frage, ob die Schienen noch wirtschaftlich betrieben werden können”, so Wiswe.

Eine Stilllegung der Strecken wäre auch das falsche Signal in Richtung des Landes in Bezug auf die derzeit laufenden Überlegungen zur Reaktivierung der Schienen für den Personenverkehr. „Ich werde mich deshalb an das Wirtschaftsministerium wenden, damit die Strecken weiter erhalten bleiben”, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt. Allerdings sieht er derzeit für die Reaktivierungsbestrebungen für den Personenverkehr noch keine Gefahr.

Wiswe begrüßte, dass sich der Niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) in die Gespräche einschaltet. „Auf DB Schenker haben wir kaum Einfluss. Das Unternehmen wird sehr zentral gesteuert. Der Minister hat zumindest die Möglichkeit, diese Frage mal mit den Verantwortlichen in Berlin zu erörtern”, so Wiswe. Lies hat bereits angekündigt, einen Brief an Schenker zu schreiben.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann, die voraussichtlich wieder dem Verkehrsausschuss des Bundestages angehören wird, hat bereits gestern mit dem Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, über die Angelegenheit gesprochen. „Wir sind uns einig, dass es kein gutes Signal ist, dass solche klassischen Güter wie Holz von der Schiene auf die Straße verlagert werden”, sagt Lühmann. Der Koalitionsvertrag sehe genau das Gegenteil vor. Man werde versuchen, eine Lösung zu finden.

Tore Harmening

Von Tore Harmening