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Celle Stadt Bald Lösung für Kaliberg in Wathlingen?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bald Lösung für Kaliberg in Wathlingen?
18:34 18.02.2014
Kaliberg Wathlingen Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Eine Lösung für die Kalihalde ist in greifbare Nähe gerückt, zu diesem Schluss könnte kommen, wer die Worte von Klaus Rumphorst am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum des Celler Kreistags genau verfolgte. Der Leiter inaktive Werke bei K+S sprach mehrfach davon, dass eine Haldenabdeckung, die schon seit Jahren auf dem Prüfstand steht, jetzt einer ganz intensiven Prüfung unterzogen wird. Daraus zog Wathlingen Bürgermeister Torsten Harms andere Schlüsse als Kreistagsabgeordneter Gerald Sommer, der im Mai zur Landratswahl antritt.

Harms sprach davon, dass es eigentlich für Wathlingen ein ganz guter Tag sei, da nun eine Lösung realistischer zu sein scheine als vor 20 Jahren und es ein "geht nicht" jetzt nicht mehr gebe. Er nannte es zudem eine befriedigende Lösung, dass K+S durch Einrichtung neuer Messwasserbrunnen weitere Daten und damit bessere Erkenntnisse ermögliche. Zusätzliche Brunnen hatte Rumphorst zuvor zugesagt.

Sommer hielt dem Konzernvertreter hingegen vor, dass sich sein Unternehmen bereits seit 20 Jahren mit einer Lösung beschäftige. Dass K+S Kosten beklage, wollte Sommer nicht gelten lassen. "Als Verursacher sind Sie in der Pflicht", sagte er und rief dazu auf, jetzt zur Sachlichkeit zurückzukehren. Sommer stellte auch die Frage, welches Konzept es für die Haldenabwässer gebe, wenn die Flutung des Bergwerks abgeschlossen ist.

Die konkrete Nachfrage nach dem Stand der Flutung beantwortete Rumphorst dahingehend, dass zurzeit etwa 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser eingeleitet sind, damit ist etwa ein Viertel des Bergwerks geflutet. Der Wasserspiegel liege derzeit in einer Tiefe von etwa 860 Metern, damit noch unterhalb der Rüstungsaltlasten im Bergwerk. Den verbleibenden Flutungszeitraum gab Rumphorst mit wenigstens zehn Jahren an. Bereits vorher läuft aber die wasserrechtliche Erlaubnis aus, Wasser der Fuhse in das Bergwerk zu leiten. Rolf Meyer fragte denn auch: "Was müssen wir als Landkreis tun, um auf die nächsten Schritte Einfluss zu haben?" Ist die Flutung abgeschlossen, ist es zu spät.

Eigentlich sollte es im Ausschuss um die Grundwassersituation in Wathlingen gehen. Und die sieht Wolfgang Scholz, Ratsmitglied in Wathlingen, durch die Haldenabwässer schon jetzt beeinträchtigt. Sein Vorwurf: 50.000 Kubikmeter Regenwasser werden durch den Ringgraben um die Halde nicht erfasst, sondern versickern durch den Berg. Er schlug vor, ein Drittel der Halde abzutragen, auf der Spitze Mulden auszubilden und mit Folien auszukleiden und die Niederschläge aufzufangen und geordnet abzuleiten. Die etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Abraum könnten über zehn Jahre zu Stein- oder Siedesalz verarbeitet werden. Oder es könne eine Soleleitung zu einer Sodafabrik gelegt und das Material dort verarbeitet werden. "Man sollte mal im großen Rahmen denken", sagte Scholz.

Dem Antrag von Sommer, sich in spätestens einem Jahr im Ausschuss erneut mit dem Thema Kaliberg zu befassen, stimmten alle zu - auch Rumphorst, obwohl der gar nicht stimmberechtigt war. Er hatte zuvor angekündigt, dass er nach intensivster Prüfung in einem Jahr eventuell neue Informationen vorlegen könne.

Von Joachim Gries