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Celle Stadt Bald heißt es: "Guten Appetit!" auf Celler Markt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bald heißt es: "Guten Appetit!" auf Celler Markt
22:55 09.05.2015
Von Michael Ende
Im Sommer soll der Biss ins warme Markt-Brötchen kein Delikts-Tatbestand mehr sein. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Bernd Zobel (Grüne) freut sich, dass bald nicht mehr städtische Mitarbeiter darüber wachen müssen, dass auf dem Wochenmarkt das Verbot, warme Speisen wie etwa Kaffee oder Brötchen mit Leberkäse zum sofortigen Verzehr anzubieten, eingehalten wird. „Beharrlichkeit lohnt sich. Die Verwaltung hat reagiert und auf unseren Antrag und auf die öffentliche Medienberichterstattung hin den Entwurf einer neuen Marktordnung vorgelegt. Endlich kann auf dem Markt ein Espresso getrunken und eine Kleinigkeit gegessen werden“, sagte Zobel vor der Sitzung des städtischen Ausschusses für technische Dienste am Donnerstag. Diese Attraktivitätssteigerung werde den Markt weiter beleben, ohne den Charakter als Wochenmarkt zu schmälern: „Im Ausschuss sind die Vorgaben der Richtlinie noch zu beraten. Hierbei sollten auch die Vorstellungen der Marktbeschicker berücksichtigt werden. Festzuhalten ist, der Markt befindet sich auf einem guten Weg.“

Dass man im Fachausschuss noch nicht am Ziel anlangte, lag daran, dass noch existierende Bedenken der Marktbeschicker angeführt wurden. Die Verwaltung hatte nach Gesprächen mit den Marktbeschickern vorgeschlagen, das gastronomische Angebot auf fünf Prozent des Gesamtmarktes zu begrenzen. So werde auf den Charakter des Wochenmarktes als Frische- und Versorgungsmarkt Rücksicht genommen, hieß es: „Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf der Versorgung mit frischen Produkten und Lebensmitteln, während das gastronomische Angebot in einem beschränkten Rahmen zugelassen wird.“

Diese fünf Prozent des gastronomischen Angebotes entsprächen etwa 20 laufenden Frontmetern Verkaufsfläche bei einer derzeitigen Marktlänge von 400 Metern. „Dies entspricht in etwa drei bis vier Verkaufswagen bei einer geschätzten Länge von sechs Metern“, so die Verwaltung. Von der Fünf-Prozent-Regel ausgenommen seien Marktbeschicker, die gastronomische Leistungen ohnehin als Zusatz zu ihrem üblichen Warenangebot anböten.

„Die Marktbeschicker wollen aber nur drei und nicht fünf Prozent gastronomisches Angebot haben“, sagte Ausschussvorsitzender Heiko Gevers (CDU): „Aber das muss noch besprochen werden.“ Inga Marks (SPD) gab zu bedenken, dass auch noch der Altstädter Ortsrat gehört werden müsse. Axel Fuchs (CDU) fügte hinzu, dass dann auch die Ortsräte Kein Hehlen und Neustadt/Heese einbezogen werden müssten, weil die beabsichtigte Verordnungsänderung auch die dort befindlichen Märkte beträfe.

Stephan Ohl (Grüne) fragte, ob die vom Ausschuss beschlossene Vertagung der endgültigen Entscheidung über den Grünen-Antrag bedeute, dass man nicht wie von Stadtrat Stephan Kassel angekündigt noch vor der Sommerpause ungestraft auf dem Markt in ein warmes Leberkäse-Brötchen beißen dürfte. Vermutlich werde der Stadtrat spätestens in seiner Juli-Sitzung über die Liberalisierung der Markt-Gastro-Verordnung entscheiden, so Gevers: „Dann könnten wir dort also schon im Sommer unseren Kaffee trinken.“