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Celle Stadt Barbies verkörpern Traumberufe der Celler Kinder
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Barbies verkörpern Traumberufe der Celler Kinder
17:41 06.10.2016
Barbie und Ken spiegeln den Zeitgeist und die Modetrends ganzer Generationen. Nun haben die drei Fünfjährigen ihre eigenen kleinen Welten gebastelt (von links): Marie-Ann, Svea und Leon. Ein Teil der insgesamt 185 Boxen wird ab Ende November im Bomann-Museum ausgestellt. Quelle: Alex Sorokin
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Ein geschäftiges Murmeln geht durch die kleine Werkstatt des Bomann-Museums. Kinder sägen, hämmern und schrauben, überall liegen Stoff- und Papierreste und die kleinen Künstler malen und nähen, was das Zeug hält. Unterstützt von Lehrern, Erzieherinnen und den Museumspädagogen erschaffen hier insgesamt 185 Vier- bis Fünfzehnjährige Barbie-Boxen, die ihre Traumberufe darstellen. Das Projekt wurde von der kommenden Ausstellung mit dem Titel "Busy Girl – Barbie macht Karriere" inspiriert.

Dabei kann man sich von Sonntag, 20. November, bis zum Montag, 17. April, die Entwicklung der allseits bekannten Barbiepuppe ansehen. Die Plastikdame ist nicht unumstritten, hat jedoch seit ihrer Erfindung zahlreiche Berufe übernommen, sei es der der Astronautin, Feuerwehrfrau, Polizistin oder Chirurgin. Und so träumen auch die Kinder und Jugendlichen von großen Karrieren und Fantasieberufen oder würdigen die Berufe ihrer Eltern in Form ihrer individuell gestalteten Holzkiste.

Mit einer nackten Kiste und Barbie oder Ken für jeden Teilnehmer fing alles an. In Zusammenarbeit mit dem Museum lassen die Kindergartenkinder und Schüler der IGS Celle, der OBS Westercelle, des Jugendtreffs Wietzenbruch und der Kindertagesstätte Gertrud-Kock-Haus ihrer Kreativität einmal in der Woche freien Lauf, bestücken den Hintergrund und kleiden ihre Puppe ein. Bald schon bewohnen Piloten, Tierärztinnen, Ballett-Tänzerinnen oder Abschleppunternehmer die Kisten.

"Alle haben jede Menge Ideen und zeigen Einsatz", sagt Museumspädagogin Elke Graßl. "Für einen Spiegel haben Kinder von zu Hause Spiegelfliesen mitgebracht, für eine Autowerkstatt mit den Eltern Schrauben gesammelt und einen Lkw aus Holz gebaut." Achmed will Pilot werden. Der Fünfjährige hat seine Ken-Puppe schick angezogen und lässt Flugzeuge aus Kugelschreiberteilen mit Flügeln aus Pappe von der Decke seiner Kiste baumeln. "Und an der Wand klebt eine Karte, damit ich weiß, wo ich die Leute hinbringe", sagt er.

Lenja, 4, dokumentiert den Beruf ihrer Mutter. Ihre Barbie im Abschleppunternehmen hat ein Spray zum Saubermachen. "Weil sie beim Abschleppen dreckig werden kann", sagt sie. Abschließend mit einer Heißklebepistole fixiert, können die Kisten der Werkstattkünstler schon bald – immer im Wechsel – mitten in der Ausstellung bestaunt werden.

Von Marlene Schlüter