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Celle Stadt „Barking Bats“: 50 Jahre und kein bisschen leise
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Barking Bats“: 50 Jahre und kein bisschen leise
18:42 16.10.2016
Von Jürgen Poestges
Die „Barking Bats“ heute und gestern - (großes Foto, von links): Wolfgang Buchhop, Christoph Schlüter, Hans-Joachim Raatz, Reinhardt Snyder und Wilhelm Wünsche. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Gitarrist Wolfgang Buchhop muss lächeln, wenn er an jenen ersten Auftritt zurückdenkt. „Wir sind mit einem alten Röhrenradio angereist. Daran haben wir ein Mikrofon angeschlossen, das wir dann in eine Gitarre gehängt haben.“ Schlagzeuger Reinhardt Snyder ergänzt: „Und ich hatte nur eine Trommel und ein Becken. Mehr konnten wir uns nicht leisten.“ Das hat aber offensichtlich niemanden gestört. Denn in der Folgezeit wurden die „Barking Bats“ – die „bellenden Fledermäuse“ – zur Celler Kultband.

Den Namen fanden die Musiker im übrigen in Verlauf einer Chemiestunde. „Ich war nie so gut in Chemie, da hatte ich Zeit, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen“, erinnert sich Schlüter lachend. Wie sie letztlich auf den Namen gekommen sind, weiß allerdings niemand mehr. „Ich denke, wir haben ihn genommen, weil er sich so ähnlich anhört wie Rolling Stones“, sagt Bassist und Sänger Hans-Joachim „Pimpusch“ Raatz.

Die Karriere der „Barking Bats“ verlief steil nach oben. Schnell füllten sie das „Haus der Jugend“ am Schützenplatz. Da gab es auch zum ersten Mal Gage für die Fünf. Raatz: „Fünf Mark, dazu eine Cola und eine Bockwurst für jeden.“ Doch auch dieser Saal war bald zu klein. Es folgten Auftritte im gesamten Landkreis Celle, in Rotenburg, Hannover, Helmstedt, Braunschweig und Wittingen. Eine Werbeaktion im Celler Karstadt-Haus musste abgebrochen werden, weil Hunderte von Jugendlichen die Etagen verstopften.

Der Stil war unvergleichlich: Die Band trug die Top-20-Hits dieser Zeit und die Flower-Power-Mode in die Dorfsäle der Provinz. Songs der Beatles, Rolling Stones, Animals, Pretty Things, Kinks und vielen mehr stand auf der Setlist – und stehen bis heute noch darauf.

Im Sommer 1967 war dann erst einmal Schluss. Die Bandmitglieder trennten sich: Bundeswehr, Studium, Familiengründung – für die Band war keine Zeit mehr. Erst 1992 stand man wieder auf der Bühne. „25 Jahre danach“ war das Motto, und die Halle platzte aus allen Nähten. „Und da fiel dann die Entscheidung, dass wir trotz der vielen Kilometer, die zwischen uns liegen, weitermachen wollen“, sagt Raatz.

Tradition sind jährliche Konzerte im Oktober oder November im „Mühlengrund“ in Nienhagen. „Das sind immer regelrechte Klassentreffen“, freut sich Schlüter. Und das wird es auch am 21. März in der Tanzschule Krüger wieder sein, wenn die Band zum 50. Geburtstag lädt. Nur die Setlist ist noch geheim. „‚Satisfaction‘ und ‚Route 66‘ sind immer dabei“, erklärt Raatz. Klar ist allerdings, dass sich alte und neue Fans auf viele Klassiker aus ihrer Jugendzeit freuen dürfen. Dann ist auch der fünfte Mann, Wilhlem Wünsche, an Bass und Gitarre dabei.

Der Vorverkauf hat begonnen, die Karten kosten 12 Euro. Erhältlich sind sie in der Tanzschule Krüger in der Zugbrückenstraße 1, bei Fasch Augenoptik am Lauensteinplatz 13 und in der Zugbrückenstraße 50 sowie beim Haarwerk in der Mauernstraße 42. An der Abendkasse kostet das Ticket 15 Euro.