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Celle Stadt Bau-Endspurt auf Celler Wilhelm-Heinichen-Ring
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bau-Endspurt auf Celler Wilhelm-Heinichen-Ring
18:21 28.06.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Anfang Mai hatten die Sanierungsarbeiten begonnen. Dabei wurden rund 600 laufende Meter Randeinfassungen aus Beton und etwa 1800 Quadratmeter Asphaltdeckschichten in Teilbereichen erneuert. Sämtliche Arbeiten erforderten Vollsperrungen der äußeren Fahrspuren. So wurde die „Tangente“ zum Nadelöhr, als abschnittsweise anstatt fünf nur noch drei oder vier Fahrspuren zur Verfügung standen.

Mitte Juni verschärfte sich die Situation, als sich Autofahrer partout nicht an das 30-Stundenkilometer-Tempolimit halten wollten, das zur Sicherheit der Bauarbeiter erlassen worden war. Weil viele Autofahrer mit Tempo 50 oder noch schneller direkt an den Arbeitern vorbei­rauschten, ließ die Stadt noch mehr Fahrspuren sperren, so dass schließlich nur noch zwei befahrbar waren. So hatten die Bauarbeiter mehr Platz.

Ursprünglich sollten die Arbeiten bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Dieser Tage ging es auf die Zielgerade, als Teile der Fahrbahn erneuert wurden. „Allerdings wird die Fahrbahn nicht komplett saniert, sondern nur der Randstreifen in zwei Metern Breite erneuert. Und zwar dort, wo vorab die Gosse reguliert wurde“, erläuterte die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: „Wenn wettertechnisch alles gut läuft, dann wird der Wilhelm-Heinichen-Ring im Laufe des Freitags wieder in Gänze befahrbar sein.“

Jens Hanssen, Fachdienstleiter Grün-, Straßen- und Friedhofsbetrieb, hätte dem Wilhelm-Heinichen-Ring am liebsten schon längst eine tiefgreifende Rundum-Erneuerung gegönnt: „Was wir jetzt hier machen, ist Flickwerk. Das muss man wissen.“ Experten stufen die Tangente als dringendst sanierungsbedürftig ein. „Diese Straße hat kein Rückgrat, der Asphalt liegt nicht auf einer Tragschicht, sondern auf Karnickelsand. Der Wilhelm-Heinichen-Ring ist mittlerweile am Ende“, hieß es im vergangenen Jahr im städtischen Bauausschuss. Dennoch wird die Sanierung der Verkehrsschlagader immer wieder aufgeschoben. Der Grund: Hier kann man bei den Haushaltsberatungen den Rotstift ansetzen und richtig sparen. Mindestens 9,4 Millionen Euro müsste die Stadt investieren, um die marode „Tangente“ wieder in Schuss zu bringen. Auf Dauer könne man sich diese Investition nicht ersparen, so Hanssen: „Irgendwann müssen wir das in Angriff nehmen. Besser heute als morgen.“