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Celle Stadt Bauarbeiten am Wehr Osterloh im Frühjahr 2018 geplant
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bauarbeiten am Wehr Osterloh im Frühjahr 2018 geplant
18:20 15.09.2017
Von Dagny Siebke
Damit Fische wieder stromaufwärts schwimmen, wird der vorhandene Wehrverschluss zurückgebaut. Stattdessen soll der Altarm "Theewinkel" als neues Hauptgewässerbett dienen. Als Fischaufstiegshilfe ist ein Raugerinne mit Becken geplant. Quelle: Michael Schäfer
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Es ist geplant, den vorhandenen Wehrverschluss zurückzubauen. Stattdessen wird eine feste Schwelle im Gewässerbett für einen ausreichenden Wasserstand in der Aller sorgen. Diese ist so dimensioniert, dass Hochwasserspitzen über den alten Gewässerverlauf schadlos abgeführt werden können. Der Wehrkörper selbst bleibt erhalten. Gleichzeitig wird der heutige Altarm „Theewinkel“ oberhalb des Wehres an die Aller angeschlossen und wird damit zum neuen Hauptgewässerbett. „So wird die ökologische Durchgängigkeit hergestellt“, erläutert Detlef Kirstein vom NLWKN in Göttingen. Fische sollen wieder ungehindert stromaufwärts schwimmen können. Die zu überwindende Höhendifferenz zum Altarm wird durch ein Raugerinne mit Beckenstrukturen ausgeglichen. Der vorhandene Geh- und Radweg wird verlegt und zukünftig 200 Meter länger sein. Eine Brücke ist ebenfalls eingeplant, um den Altarm überqueren zu können.

"Die Celler müssen damit rechnen, dass der Radweg entlang der Aller zwischen den Ortschaften Osterloh und Bockelskamp während der Baumaßnahme vorübergehend nicht passierbar sein wird", sagt NLWKN-Sprecherin Herma Heyken. "Der Baustellenverkehr erfolgt über die Bundesstraße B214 und weiter durch das Gewerbegebiet Altencelle, sodass auch die Bewohner der Ortschaft Osterloh hierdurch keine Nachteile erfahren werden."

Die Vorarbeiten zur Renaturierung seien sehr aufwendig gewesen, erläutert Ralf Hennig vom NLWKN. „Im Genehmigungsverfahren mussten 16 Behörden und Einrichtungen und weitere 16 anerkannte Naturschutzverbände beteiligt werden.“ Landwirte befürchteten bei mittlerem Sommerhochwasser der Aller große Schäden und einen Verlust der gesamten Ernte. „Deshalb ist ein landwirtschaftliches Gutachten in Auftrag gegeben worden, um die Bedenken auszuräumen“, so Hennig. Die Planer betonen, dass der Teilrückbau der Wehranlage so konzipiert worden sei, dass sich die Maßnahme insgesamt hochwasserneutral verhalte. Angepasst wurden die Pläne auch an die Forderungen der Ruder- und Kanuverbände hinsichtlich der Anlegestellen.