Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Bedarf groß: Investitionen in Deponie Höfer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bedarf groß: Investitionen in Deponie Höfer
15:17 27.12.2013
Bis Mitte Juli 2014 dürfen auf Polder 1 auf der Deponie in Höfer noch mineralische Abfälle abgekippt werden, dann läuft die Genehmigung aus. Der Zweckverband Abfallwirtschaft hofft auf eine rasche Anschlusslösung.  Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

2,6 Millionen Euro wird der Zweckverband Abfallwirtschaft im Jahr 2014 in die Deponie Höfer investieren, um auch in den kommenden Jahrzehnten auf dem Gelände mineralische Abfälle wie Bauschutt einzulagern zu können. Das sieht der Wirtschaftsplan vor, der kürzlich von der Verbandsversammlung beschlossen wurde.

Bereits im September hatte sich das Gremium mit dem Thema befasst. Jetzt wurden der Verbandsversammlung, die sich aus Vertretern des Kreistags sowie des Celler Stadtrats zusammensetzt, neue Berechnungen präsentiert. „Wir haben alternativ noch einmal die geringere Abnahmemenge von 50.000 Tonnen pro Jahr gerechnet“, sagte Zweckverbands-Geschäftsführer Henry Mäurer. Der „Kipppunkt“ liegt nach seinen Angaben bei 30.000 Jahrestonnen: Mit jeder Tonne mineralischer Abfälle, die darüber hinaus angeliefert wird, werden die Kosten wieder eingespielt.

Die Frage, ob die Zweckverband-Kunden bei einer Anlieferung großer Mengen Bauschutt mit einer Senkung der Müllgebühren rechnen könnte, wollte Mäurer nicht beantworten. „Der zusätzliche Finanzierungsbeitrag geht in die Summe der Gebühreneinnahmen ein“, sagte er.

Noch bis Mitte Juli 2014 können auf der Deponie in Höfer geringbelastete mineralische Abfälle angenommen werden, dann läuft die Genehmigung aus. Die gesamte Anlage ist planfestgestellt, ursprünglich sollten sieben Polder für wenigstens fünf Jahrzehnte Hausmüll aufnehmen. Seit der Hausmüll in die Verbrennung geht, werden auf Polder 1 nur noch mineralische Abfälle abgekippt.

Jetzt sollen in vier Bauabschnitten die Polder 2 und 3 erschlossen werden. Welche Genehmigungen dafür erforderlich sind, soll mit dem dafür zuständigen Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg erörtert werden. Im Januar sind Gespräche im Umweltministerium in Hannover vorgesehen. Das hat nach Mäurers Angaben signalisiert, dass es das Vorhaben in Höfer begrüßt. „Ich hoffe auf eine einvernehmliche Lösung“, sagt der Geschäftsführer. Er wünsche sich ein „möglichst schlankes“ Verfahren.

Vorgesehen ist im ersten Schritt, den Bauabschnitt 4 auf Polder 3 zu verwirklichen. Er würde 28.000 Quadratmeter Grundfläche umfassen und könnte über 511.000 Kubikmeter oder 810.000 Tonnen Abfälle aufnehmen. Die vorgesehene Abdichtung nach unten fällt stärker aus als bei Polder 1: Statt einer 75 Zentimeter starken Tonschicht sind jetzt 100 Zentimeter vorgesehen. Das schreibt die Deponieverordnung für die Deponieklasse I (DK I) vor, wie sie in Höfer betrieben wird.

Die Pläne werden sich nicht von heute auf morgen verwirklichen lassen. Mäurer hofft deshalb, dass vorübergehend Polder 1 weiter aufgeschüttet werden kann. „Über die Voraussetzungen dafür müssen wir reden“, sagte er. Für später sehen die Planungen vor, die Vertiefung zwischen Polder 1 und Polder 3 zu verfüllen und beide Bereiche zu einem gemeinsamen „Pfannkuchen“ zu verschmelzen. Damit wird zusätzlicher Deponieraum gewonnen.

Im Landkreis Celle fallen pro Jahr rund 20.000 Tonnen Bauschutt an. Damit allein wäre die Deponie Höfer nicht ausgelastet. In Niedersachsen fallen pro Jahr knapp über eine Million Tonnen mineralische Abfälle an, die auf einer DK-1-Deponie eingelagert werden müssen. Die Restkapazitäten auf den Deponien des Landes sind nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums auf 3,6 Millionen Tonnen gesunken. Damit sind die Aussichten nicht schlecht, dass der Zweckverband einen Teil des Kuchens für sich sichern kann. Insgesamt hat die Deponie Höfer Kapazitäten von fünf Millionen Kubikmetern, davon sind erst 550.000 Kubikmeter verfüllt.

Von Joachim Gries