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Celle Stadt Bedürftige erleben Weihnachtszauber in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bedürftige erleben Weihnachtszauber in Celle
17:34 26.12.2017
Sie wollen sich weiterhin für Bedürftige einsetzen: Die Initiatoren des Weihnachtszaubers. Quelle: Kirsten Glatzer
Celle Stadt

Wie im Vorwege angekündigt, steuerten das asiatische Restaurant „Ricetime“ und Hans-Dieter Deich, Küchenleiter des CMS-Pflegestifts, leckere Suppen zur Feier bei. Von Privatleuten kamen Kuchen- und Keksspenden, es gab kalte und warme Getränke und die Tische im Hotel am Hehlentor waren festlich gedeckt. Somit war also schon mal aufs Beste fürs leibliche Wohl gesorgt. Viele fleißige Helfer um Initiatorin Christin Eisermann und Hotelbesitzerin Anja Karsten sorgten dafür, dass es niemandem an etwas fehlte.

Und dann, nach dem Essen, folgte ein weiteres Highlight, denn nun kam der Weihnachtsmann. Seiner Aufforderung, ein Gedicht vorzutragen, kamen einige gern und mit bemerkenswerter Textsicherheit nach, woraufhin der Mann mit dem weißen Rauschebart mit den Anwesenden Weihnachtslieder anstimmte, während er Geschenke verteilte. Da fühlte sich so mancher wieder zurück in seine Kindheit versetzt.

Norbert, Roswitha und Irene waren durch die bei einigen Institutionen der Stadt ausgelegten Flyer auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. „Wir sind total überrascht von der Gastfreundschaft und der liebevollen Zuwendung, die einem hier entgegengebracht wird. Das vermittelt so ein Gefühl von Geborgenheit“, brachte es Roswitha auf den Punkt. „Man kommt sich selbst fast wieder wie ein Kind vor, weil man so nett umsorgt und beschenkt wird.“

Bei einem Großteil der Anwesenden war es vor allem die Sehnsucht nach Nähe und einem geselligen Miteinander, die sie veranlasst hatte, ins Hotel am Hehlentor zu kommen. So zum Beispiel auch Thomas aus Celle: „Ich bin froh, diese Stunden nicht allein verbringen zu müssen. Meinen Vater kenne ich gar nicht, meine Mutter lebt nicht mehr, und auch meine Frau ist vor einigen Jahren gestorben. Da ist es schön, dass man hier Anschluss findet.“

Und ein anderer Gast, der zwar keine finanziellen Probleme hat, aber sehr unter seiner Einsamkeit leidet, prophezeite: „Ich glaube, dass die Vereinsamung in Zukunft immer mehr zunehmen wird.“

Rita Eiselt hingegen war gekommen, um über die Arbeit der Celler Tiertafel zu informieren, deren Leiterin sie ist. „Viele wissen ja gar nicht, dass es die Tafel auch für Vierbeiner gibt.“

Was alle anwesenden Gäste vereinte, war die Freude darüber, dass sich Menschen, die sich ja auch einfach um „ihre eigenen Sachen“ kümmern könnten, Gedanken um sie gemacht hatten und nun alles daran setzten, ihnen ein paar sorgenfreie Stunden in angenehmer Atmosphäre und Gesellschaft zu ermöglichen. Dieses Angebot wurde mit Freude und Dankbarkeit angenommen und auch zum Ausdruck gebracht.

„Es war richtig schön und einfach unglaublich, wie viele Umarmungen wir hier bekommen haben. Um es kurz zu sagen: eine rundum gelungene Sache“, sagte Christin Eisermann. Aufgrund der überwältigenden positiven Resonanz sowohl im Vorfeld als auch bei der Feier am Heiligabend haben die Initiatoren beschlossen, dass es nicht bei dieser einmaligen Veranstaltung bleiben soll. Und so folgt auf den „Weihnachszauber“ vielleicht in einigen Monaten ein „Sommernachtstraum“.

Von Kirsten Glatzer