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Celle Stadt Begeisterndes Cross-Over im Celler Sophien-Stift
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Begeisterndes Cross-Over im Celler Sophien-Stift
12:46 25.08.2017
Der Lübecker Violoncellist Daniel Sorour und der Hamburger Pianist Clemens Kröger spielten als „The Modern Cello-Piano Duo“ am Donnerstag im Sophien-Stift. Quelle: Michael Schäfer
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Die unter dem Namen „The Modern Cello-Piano-Duo“ auftretenden Daniel Sorour (Lübeck, Violoncello) und Clemens Kröger (Hamburg, Klavier) boten mit ihrem Cross-Over-Programm eine spannungsvolle Abfolge von Bearbeitungen und Arrangements, bei denen sie von Bach über die Beatles und Manuel de Falla bis zum jazzdurchtränkten kubanischen Salsa klassische Konzertliteratur mit Klassikern der Popkultur auf kreative Weise zu verbinden wussten.

Man sah es den beiden Interpreten an, wie sie in einer Symbiose mit der Musik förmlich erblühten. Und wo es um die beredte, wohlnuancierte Ausschattierung von Klang und Ausdruckswelten ging, wussten sie neben begeisternd gestalteten Höhenflügen auch die Tiefen auszuloten. Es war faszinierend, wie sie es immer wieder schafften, bei aller Konzentration auf ihr eigenes Instrument musikalisch miteinander zu verschmelzen. Von der Verve der „Andalusa“ aus Enrique Granados „Spanischen Tänzen“ über das melancholisch-ausdrucksvolle „Allegro moderato“ aus Schuberts a-Moll-Sonate für Arpeggione und Klavier bis hin zu den ausgewählten Sätzen aus Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ verstanden sie die Emotionen grandios umzusetzen.

Bruchlos changierten Klavier und Cello zwischen Melodie- und Begleitstimme. Kröger überzeugte dabei als dynamisch differenzierungsfähiger Pianist, und Sorour faszinierte mit einem technisch eleganten und immer wieder zu großartigen Höhepunkten gesteigerten Cellospiel. Mal gefühlvoll schwelgend, mal scharf pointiert nutzten beide die sich ihnen bietenden Entfaltungsmöglichkeiten der zugrunde liegenden Tonschöpfungen.

Von Rolf-Dieter Diehl