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Celle Stadt Begeisterndes Festkonzert des Jungen Chores Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Begeisterndes Festkonzert des Jungen Chores Celle
13:08 25.09.2017
Quelle: Michael Schäfer
Celle

Der Junge Chor Celle, 1977 als Jugendsingkreis aus einer Konfirmandengruppe entstanden, entwickelte sich damals schnell zu einem überregional gefragten Ensemble. Wenn Ziesmann heute gelegentlich darauf angesprochen wird, dass der Chor „ja gar nicht mehr so jung“ sei, erwidert er lächelnd, dass sich das Attribut „jung“ auf den Klangcharakter beziehe: „Die Musik und deren Darbietung durch diesen Chor ist über all die Jahre jung und beweglich geblieben. Und deshalb passt der Name heute noch genauso wie vor vierzig Jahren.“ Eine Feststellung, die man nach dem Festkonzert zum 40-jährigen Bestehen am Samstag im prall gefüllten Europasaal der Congress Union nur bestätigen kann.

In eindrucksvoller stilistischer Vielfalt servierte der Chor den begeisterten Zuhörern im prall gefüllten Europasaal der Congress Union vierzig beeindruckende Kostproben davon, als Klassiker und Evergreens von „Heißa Kathreinerle“ und Schumanns „Zigeunerleben“ über das Kirchenlied „Lobe den Herrn meine Seele“ und den Beatles-Song „When I’m sixty-four“ bis zum Kultschlager „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh*n“ in ungewohntem polyphonen Sound erklangen und mit peppigen Rhythmen neue Türen für das Altbekannte öffneten. Dabei setzte Egon Ziesmann keineswegs auf Pathos, sondern lenkte mit straffen Tempi, scharfen dynamischen Akzentuierungen und dem Auskosten der Affekte den Blick auf spürbaren Enthusiasmus und heitere Gelöstheit.

Das Ensemble unternahm eine farbenprächtige Achterbahnfahrt durch menschliche Seelenlandschaften und offerierte den immer wieder frenetisch applaudierenden Zuhörern die wunderschönen Möglichkeiten der Musik, diese in Stimmungsbilder umzuwandeln. Ob geistliche Lieder oder klassische Chorsätze, ob internationale Folklore oder Popmusik. Das war Musik, die von Herzen kommt und zu Herzen geht, eingängige Melodien, die sich ins Ohr schmeichelten und im Gedächtnis festsetzten. Am Ende gab es völlig zu Recht stehende Ovationen.

Von Rolf-Dieter Diehl