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Celle Stadt "Bei Anruf Bus" nicht gefragt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Bei Anruf Bus" nicht gefragt
16:10 26.12.2013
Die Anruf-Linienfahrten werden meist durch Taxis übernommen. Das Angebot wird seit der Einführung 2011 aber immer weniger nachgefragt. Quelle: Tore Harmening
Celle

Wie geht attraktiver öffentlicher Personennahverkehr? Diese Frage stellten sich die Politiker des Kreises im Verkehrsausschuss bei einer Diskussion über das sogenannte Anruf-Linien-System (ALF).

Viele reguläre Busverkehre hat die CeBus in der Vergangenheit eingestellt, weil die Nachfrage nicht gegeben war. Als Ersatz wurde das ALF im Januar 2011 geschaffen. Passagiere müssen dafür spätestens eine Stunde vor Beginn der Fahrt eine Nummer der CeBus anrufen und werden dann an den Haltestellen abgeholt. Meist geschieht das durch ein Taxi, weil es nicht so viele Personen sind. Sollten sich doch mehr anmelden wird laut Stefan Koschick, Geschäftsführer der CeBus, ein Bus dorthin beordert.

Die Nachfrage ist allerdings ernüchternd. Im ersten Jahr nutzten noch 2736 Menschen das ALF, bis September des laufenden Jahres registrierte das Busunternehmen aber nur noch 1056 Personen, die das Angebot wahrgenommen haben.

Entsprechend erhöhte sich auch der Zuschuss pro Fahrt, denn die laufenden Kosten gingen zwar zurück, weil es weniger Fahrten gab, allerdings bekommt das beauftragte Taxiunternehmen einen Sockelbetrag von 28.000 Euro, weil es die nötigen Fahrzeuge zu den Angebotszeiten vorhalten muss. Von 33 Euro im Startjahr lag der Zuschuss in diesem Jahr mit Stand Januar bis September bei 53 Euro.

Auch wenn die Wintermonate sicher noch zu einer Verringerung dieses Betrages führen, war die Politik mit der Akzeptanz nicht zufrieden. „Wir haben hier nicht mal ein kleines Verkehrsbedürfnis”, meinte Torsten Harms (CDU). Es sei festzustellen, dass „die Bevölkerung unseren Weg nicht mitgeht”. Er schlug deshalb vor, künftig eine Marktanalyse erstellen zu lassen, um zunächst den Bedarf zu ermitteln. Bei 40 Euro Zuschuss pro Fahrgast sei es schon zu überlegen, ob so ein Angebot noch sinnvoll sei.

Maximilian Schmidt (SPD) war der Meinung, dass für den Landkreis „eine Verpflichtung zum Angebot besteht. Nur weil es so nicht gut angenommen wird, heißt das für uns nicht, dass es komplett eingestellt werden soll”.

Annegret Pfützner (Grüne) bemängelte ebenso wie Kirsten Lühmann (SPD), dass das System zu umständlich sei. „Es gibt zu hohe Hürden und die Werbung für das Angebot reicht nicht aus”, sagte Pfützner.

Generell war man sich einig, dass die Steuergelder effizienter genutzt werden sollen. Dem Geschäftsführer der CeBus wurde deshalb auch mit auf den Weg gegeben, mit dem Taxiunternehmen über den Sockelbetrag zu sprechen. „Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum ein Unternehmen für 1000 Fahrgäste einen Betrag von 28.000 Euro bekommt”, so Ernst-Ingolf Angermann (CDU). Stefan Koschick versprach das zu tun, allerdings konnte er sich nur schwer vorstellen, dass das Taxi-Unternehmen ohne weiteres bereit sei, den Service für die Hälfte anzubieten.

Tore Harmening

Von Tore Harmening