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Celle Stadt Beinbruch ist beinahe Todesurteil für Celler Kater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Beinbruch ist beinahe Todesurteil für Celler Kater
19:33 19.07.2017
Von Christian Link
Heidemarie Welle kümmert sich zusammen mit dem Waldtierheim-Team um den frisch operierten Kater Jason. Quelle: Christian Link
Celle Stadt

Bei Pferden ist die Diagnose "Beinbruch" häufig mit einem Todesurteil gleichzusetzen. Aufgrund des enormen Gewichts der Rösser sind die Heilungschancen schlecht, sodass die verletzten Tiere in der Regel eingeschläfert werden müssen. Die normale Hauskatze bringt dagegen selten mehr als fünf Kilogramm auf die Waage und kann selbst komplizierte Frakturen mit der richtigen Behandlung auskurieren. Trotzdem wäre dem einjährigen Kater Jason ein Bruch des Sprunggelenks beinahe zum Verhängnis geworden.

Nach Angaben des Waldtierheims Celle hatte sich der junge Stubentiger das rechte Hinterbein bei einem Autounfall gebrochen. Vermutlich unter großen Schmerzen schleppte sich das Tier nach Hause und seine damaligen Halter brachten ihn zum Tierarzt. "Aufgrund der hohen Behandlungskosten haben diese entschieden, dass Jason eingeschläfert werden sollte", berichtet Tierheimleiterin Heidemarie Welle. Daraufhin habe die Veterinärin die Tierschützer eingeschaltet, um das Leben der Katze zu retten.

"Normalerweise machen wir das so, dass wir eine Ratenzahlung mit den Haltern vereinbaren", sagt Welle. Die Besitzer von Jason hätten daran aber kein Interesse gehabt. Darum nahmen die Tierschützer die Katze kurzerhand in eigene Obhut und bezahlten die OP-Kosten aus der Vereinskasse. "Schon am nächsten Tag konnte der tapfere Kerl das Bein wieder aufsetzen", sagt Gabriele Lodder vom Verein aktiver Tierfreunde, der das Waldtierheim betreibt.

Allerdings trägt Jason seit der OP einen Fixateur externe, damit sein verletzter Knochen wieder heilt. Bis er gesund ist, muss er zudem in einem Käfig bleiben. "Er ist wirklich ein toller, ausgeglichener Kater, für den sich das alles lohnt. Er hat zwar Stress in der Box, aber er hält das aus", sagt Welle und fügt hinzu: "Selbst wenn wir das Bein hätten abnehmen müssen, hätte er mit drei Beinen noch wunderbar leben können."

Seine ehemaligen Halter haben Jason, der weder versichert noch gechipt ist, offenbar aufgegeben. Bei den Behandlungskosten hofft das Waldtierheim aber auf die Spendenbereitschaft der Celler Tierfreunde. "Wir haben bisher um die 500 Euro bezahlt", sagt Lodder und geht davon aus, dass nochmal so hohe Kosten für die abschließende Operation und Nachbehandlung anfallen. "Wir haben nicht unendlich viel Geld zur Verfügung und müssen handlungsfähig bleiben."

Unabhängig vom Ausgang der Spendensammlung gibt es für Jason ein Happy End: Der Kater wurde bereits an eine Familie aus Celle vermittelt, deren frühere Katze wegen ihres hohen Alters eingeschläfert werden musste. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt Welle und ist sich sicher: "Für den Kater ist es so das Beste."