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Celle Stadt Bekenntnis der Stadt Celle zu Haesler-Erbe gefordert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bekenntnis der Stadt Celle zu Haesler-Erbe gefordert
22:20 16.05.2014
Von Michael Ende
Im Schatten des Fachwerks: Haesler-Siedlung Italienischer Garten. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Als Stadt des Fachwerks ist Celle bekannt. Die bunten Häuser der Altstadt, von denen oft nur noch die hübsche Fassade erhalten ist, stellen ein jüngeres architektonisches Erbe in den Schatten, das nach Einschätzung mancher Experten von Weltrang ist. "Wir sind nicht nur Fachwerk, sondern wir sind auch Neues Bauen - das muss die Stadt für sich viel lauter sagen", meint Erste Stadträtin Susanne Schmitt. In ihrer Funktion als Vorsitzende der Otto-Haesler-Stiftung fordert sie, dass sich Celle noch viel stärker mit dem Erbe dieses Architekten der Bauhaus-Epoche identifizieren solle: "Aus Sicht der Stiftung ist es dringend geboten, seitens der Stadt Celle ein Leitbild Otto Haesler zu entwickeln."

Es sei erforderlich, die besondere kulturelle Bedeutung der Gesamtheit des Haesler-Werkes sowie der mit ihm verbundenen Architekten und Künstler darzustellen, so Schmitt: "Diese wird das Profil Celles als Zentrum des Neuen Bauens schärfen und dazu beitragen, die Bedeutung Haeslers in der öffentlichen Wahrnehmung – auch auf nationaler Ebene – zu steigern." Angesichts der besonderen kulturellen Bedeutung sollten in dem Leitbild Handlungsempfehlungen enthalten sein, wie die Stadt Celle künftig mit dem Erbe Otto Haeslers umgehe, insbesondere wie dieser kulturelle Schatz nachhaltig bewahrt werden könne.

Celle war von 1906 bis 1934 die Hauptwirkungsstätte Haeslers. Sein wohl bedeutendstes Einzelwerk ist die Altstädter Schule nebst Rektorenhaus, die noch heute von Architekten und Studenten aus der ganzen Welt besucht wird. Weitere herausragende Werke sind die Siedlungen Blumläger Feld, Italienischer Garten und St. Georg-Garten. Die Altstädter Schule müsse dringend saniert werden, so Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende: "Dort müssen schon Bereiche abgestützt werden." Für künftige Fördermittelzuteilungen dürfte es sich positiv auswirken, wenn sich die Stadt zu "ihrem Haesler" bekenne, so Schmitt: "Darüber sollten Politik und Verwaltung sich Gedanken machen."

Ganz ohne die ursprünglich erhofften Landes-Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro wolle man sich nun an die Modernisierung des Haesler-Museums am Rauterbergweg machen, so Schmitt: "Das Museum soll nach in diesem Jahr umgestaltet werden."