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Celle Stadt Bem Vindo Europa
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bem Vindo Europa
15:35 29.09.2018
Von Gunther Meinrenken
Bei der WM 2006 hatten die angolanischen Nationalspieler, die ihr Quartier in Celle bezogen hatten, keine Berührungsängste mit der Bevölkerung. Kann Celle auch bei der EM 2024 eine Nationalmannschaft beherbergen? Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Tausende Celle harrten im strömenden Regen auf dem Großen Plan aus, um der angolanischen Fußballnationalmannschaft einen herzlichen Empfang zu bereiten, beim Fanfestival wurden die afrikanischen Kicker regelrecht belagert, und schließlich waren sich die „Schwarzen Antilopen“ nicht zu fein, sogar ein Freundschaftsspiel gegen eine Kreisauswahl zu bestreiten, das sich 9000 Fans nicht entgehen lassen wollten. Bei der WM 2006 herrschte in Celle eine ganz besondere Atmosphäre.

„Bem Vindo Angola“, hieß es damals auf Transparenten und Aufklebern, „Willkommen Angola“. Nach dem Zuschlag für die Fußballeuropameisterschaft 2024 in Deutschland könnte Celle eine europäische Nationalmannschaft willkommen heißen. Die Stadt ist begeistert von dieser Idee. „Wir wollen die Chance nutzen und uns abermals als Quartier einer Nationalmannschaft bewerben“, so Stadträtin Susanne McDowell. „Wir wissen aber, dass das nicht einfach wird. Denn auch wenn der Spielort Hamburg in unserer Nähe liegt, verfügt doch die Hansestadt selbst über optimale Bedingungen. Gleichwohl werden wir prüfen, welche Kriterien für eine Bewerbung vorliegen müssen und unsere Bewerbung dann gegebenenfalls auf den Weg bringen. Wir freuen uns auf diese Herausforderung“.

Vor zwölf Jahren hätte wohl auch kaum jemand vermutet, dass Celle hochkarätigen Mitbewerbern den Rang ablaufen würde. Doch die Residenzstadt setzte sich als eine Quartiersstadt unter 809 Mitbewerbern durch. Bei der WM hatte die Stadt mit dem Hotel "Celler Tor" als Mannschaftsunterkunft kooperiert. Die gemeinsame Bewerbung erhielt von der Fifa die maximale Punktzahl. Chefin Susanne Ostler ist allerdings skeptisch, ob Celle noch einmal den Zuschlag erhalten würde. "Als klar war, dass Deutschland sich bewerben wird, sind wir sogar vom DFB angesprochen worden." Doch mittlerweile stehe fest, dass Hannover kein Spielort sei – und nach Kenntnis von Ostler sollen die Quartiere maximal eine Fahrtstunde von den Stadien entfernt liegen.

120.000 Euro haben die Aktivitäten im WM-Quartier 2006 gekostet. Die Ausbeute: Weltweit erschienen 1231 Presseartikel zu dem Thema, in 76 TV-Minuten wurde über Celle berichtet. So ist sich Fürstenhof-Chef Ingo Schreiber sicher, dass die Residenzstadt auf jeden Fall von der EM profitieren wird: "Auch wenn bei der Europameisterschaft 2024 Hannover als Spielstätte nicht dabei ist, wird der nächstgelegene Austragungsort Hamburg vor, während und nach der Spieltage große positive Auswirkung auf die Hotelbettenbelegung und den Tagestourismus in Celle haben. Des Weiteren bieten Großveranstaltungen dieser Art über einen längeren Zeitraum viele tolle Möglichkeiten für das Stadtmarketing, um auf Celle aufmerksam zu machen." Als Mannschaftsquartier wäre es natürlich noch toller.

Die Spitzenriege im Celler Rathaus ist wieder vollzählig: Der Stadtrat hat die bisherige Kulturdezernentin Susanne McDowell als neue Stadträtin gewählt.

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