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Celle Stadt Benefizkonzert des Celler Kammerorchesters erbringt 3600 Euro für „Celler Bürger in Not“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Benefizkonzert des Celler Kammerorchesters erbringt 3600 Euro für „Celler Bürger in Not“
13:05 30.11.2010
Benefizkonzert des Celler Kammerorchesters unter der Leitung von Eckhard Pohl. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Celle Stadt

Mit Beethovens „Musik zu einem Ritterballett“ begann das diesjährige Benefizkonzert des Celler Kammerorchesters unter der Leitung von Eckhard Pohl in der Alten Exerzierhalle. Kraftvoll der Marsch, zärtlich die Romanze, voller Dynamik der Dialog der Bläser mit dem orchestralen Tutti beim Jagdlied. Ungemein dynamisch gestaltete sich auch Karl Stamitz‘ anschließende D-Dur-Sonate mit der für ihn typischen, als „Mannheimer Rakete“ bekannt gewordenen stufenlos aufwärtsstrebenden Melodiegestaltung. Den zweiten Teil des Konzertes übernahm die Bläsergruppe des HBG. Unter der Leitung von Thomas Krause zeigten die jungen Musiker, die sich sonst eher bei Jazz und Rock „austoben“, dass sie auch besinnliche Bläsersätze gekonnt rüberbringen können.

Nach der Pause stand Mozarts Klavierkonzert C-Dur Nr. 21 auf dem Programm, und mit ihm der aus Celle stammende Konzertpianist Rolf Steinberg. Seine Interpretation war durchglüht vom Geist der Noblesse, von Souveränität und Spiellaune. Alles schien so wunderbar leicht, als sei Mozarts Musik ein Blatt, welches man nur hin und wieder leicht berühren muss, damit es fliegt. Und Steinberg ließ der Poesie genügend Raum. Er entlockte seiner Linken Impulse, die verrieten, dass diese überhelle C-Dur-Atmosphäre so ungetrübt nicht ist. So machte er das bereits auf die Moll-Sphäre hinweisende beunruhigende Rumoren untergründiger Chromatik hörbar, ohne jedoch – und das war wahrlich meisterhaft – durch diese Kontraste die wunderschöne Musik zerfallen zu lassen. Solist und Orchester fanden in einer majestätischen Haltung in Klang, Tempo und Bewegung zusammen. Sie entkitschten den traumhaft schönen Mittelsatz und gestalteten ihn zu einem wunderbaren Erlebnis pulsierend drängender Jugendlichkeit.

●Hohe Spendenbereitschaft: Insgesamt erbrachte die Veranstaltung den Erlös von 3600 Euro zu Gunsten der Aktion „Celler Bürger in Not“. Der Betrag setzt sich zusammen aus den Spenden der Zuhörer sowie aus dem Erlös der „Weihnachts-AG“ des Hermann-Billung-Gymnasiums (HBG), die durch den Getränke-Umsatz und ihren Weihnachtsbasar allein rund 1000 Euro zusammentrug.

Von Rolf-Dieter Diehl