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Celle Stadt Benefizkonzert des Celler Kammerorchesters für „Celler Bürger in Not“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Benefizkonzert des Celler Kammerorchesters für „Celler Bürger in Not“
15:55 05.12.2017
In der Alten Exerzierhalle fand am 1. Advent ein Benefizkonzert des Celler Kammerorchesters statt. Quelle: David Borghoff
Celle

Die vielen rühmenswerten Privatini­tiativen wie auch die des Celler Kammerorchesters und die musikpädagogischen Angebote von Kulturträgern wie Sinfonieorchestern oder Opernhäusern versuchen, diese Defizite mit eigenen Mitteln auszugleichen.

Wenn das so traditionsreiche Celler Kammerorchester unter Eckhard Pohl dieses Jahr zum 23. Mal für die Aktion „Celler Bürger in Not“ spielt und den traditionellen Weihnachtsbasar des Ernestinums, des Kant-Gymnasiums der der Freiwilligen-Agentur Kellu musikalisch rahmt, so ist zunächst allen zu danken, die durch ihr großes ehrenamtliches Engagement diese Gesamtveranstaltung möglich machen.

Die Musiker hatten sich zunächst etwas mühsam durch Teile aus Georg Philipp Telemanns „Tafelmusik“ gearbeitet, bevor dann zu einem gemeinsamen Singen aufgerufen wurde. Dieses war allerdings, genauso wie die Moderation, etwas dürftig vorbereitet. Die Melodie für Laien viel zu schwer, die Verstärkung für Orchesterleiter Eckhard Pohl ein vibrierendes und übersteuerndes Desaster und die Kommunikation zwischen der Leiterin des Basars, Annegret Dorn, und Eckhard Pohl verdiente den Namen nicht.

Dann aber folgte die Überraschung: Kirsten Höhlein spielte zusammen mit dem Orchester das wohl einzige bekannte Flötenkonzert von Carl Philipp Emanuel Bach. Und sie musizierte dermaßen leicht, elegant und virtuos, dass sie das Orchester geradezu mitriss und zu einer Leistung motivierte, die mehr als beachtlich war. Keine Frage: Hier kam das Beste zum Schluss. Und so bleibt musikalisch doch ein sehr guter Eindruck beim Zuhörer hängen: eine faszinierend schillernde Wiedergabe dieses Flötenkonzerts. Weniger erfreulich hingegen, das Mitarbeiter des Basars während der Musikdarbietungen störend hin- und hergegangen sind. Dass es ihnen dann die eigenen Schüler nachmachen, und auch eine Mutter meinte, mit ihrem nicht mehr kleinen Kind zwischenzeitlich mal auf Toilette gehen zu müssen, das ist dann kein Wunder mehr. Wo bleibt denn da der Respekt vor den Musikern, die sich voll und ganz darauf konzentrierten, den Zuhörern einen schönen Abend zu bereiten? Die Frage ist nicht zu beantworten, aber die Frage nach dem Erlös des Abends sehr wohl: 4360 Euro. Ein stattlicher Betrag.

Von Reinald Hanke