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Celle Stadt Benefizveranstaltung der kreativen Ballettschule Ilona Harf erbringt 1298,26 Euro
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Benefizveranstaltung der kreativen Ballettschule Ilona Harf erbringt 1298,26 Euro
19:28 17.11.2010
Ilona Harf (vorn Mitte im weißen Frack) mit den Akteuren der Benefizveranstaltung beim Schlussapplaus. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Als sich am Schluss alle Akteure auf der Bühne versammelten, wurde dem Publikum das enorme Ausmaß der Vorstellung erst so richtig bewusst: Annähernd hundert kleine und große Tänzer(innen) und Zirkusleute, dazu Liza John (Gesang) und Alexander Schories (Klavier), hatten unter der Leitung von Ilona Harf in rund vierzig märchenhaften Szenen die Geschichte von Hänsel und Gretel neu erzählt. Und sie bewiesen eindrucksvoll: Kindermärchen brauchen keine großen Worte. Allein mit Körpersprache und einigen Requisiten lässt sich eine fesselnde Geschichte erzählen.

Nacheinander traten sie auf, die kleinen und großen Stars der Aufführung: Die quirligen Mäuse und die lustige Gänseschar, die Engel und die Hexen, die Hofgesellschaft und die Zigeuner und dazwischen immer wieder Hans und Gretel – jede Figur hatte ihren eigenen tänzerischen Charakter, der sich in ihren Bewegungen widerspiegelte, in den einzelnen Sprüngen und Tanzschritten und in den wunderschönen Ensembleszenen. Da gab es für die begeisterten Zuschauer viel zu sehen und allerhand zu staunen: Die farbenfrohen Kostüme und der schier unerschöpfliche Vorrat an ausdrucksstarken und gefühlsmäßig intensiv nachvollziehbaren Bewegungen – das alles wirkte wie aus einem Guss. Kurzweilig kam der Stoff daher, untermalt von zauberhaften musikalischen Motiven von Telemann und Mozart, aus keltischer Folklore und deutschen Kinderliedern.

Harf hatte musikalischen Atem und Bewegungsimpulse so organisch in Übereinstimmung gebracht, dass sie eine in sich stimmige tänzerisch-gestische Erzählweise erzielte. Weder eine pompöse kommerzielle Show nach amerikanischer Art, noch in eine russische Bonbonniere verpackt, sondern mit natürlichen Aktionen, aktiv und dynamisch, in einer kindgerechten und verständlichen Dimension. „Das Gänseballett war das Schönste“, schwärmte eine kleine Zuschauerin, und ihre Feststellung „die böse Hexe mochte ich nicht“ war vielleicht das beste Indiz für die rundum gelungene Choreografie. Ein wahrlich märchenhaftes Balletterlebnis.

Von Rolf-Dieter Diehl