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Celle Stadt Beratung bei wichtigen Verträgen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Beratung bei wichtigen Verträgen
17:56 08.06.2011
Von Oliver Gatz
Reinhard Blum, Präsident der Notarkammer Celle Quelle: Oliver Gatz
Celle Stadt

Die meisten Menschen gehen irgendwann einmal in ihrem Leben zum Notar. Sei es, dass der Kauf eines Hauses ansteht oder ein Ehe- oder Erbvertrag abgeschlossen werden soll. In solchen Fällen hilft der Notar bei der Vertragsgestaltung. Die notarielle Beurkundung bewahrt Menschen vor den negativen Folgen übereilten Handelns. Denn eine wichtige Aufgabe des Notars ist die Aufklärung bei Rechtsgeschäften.

In der Notarkammer Celle, die sich über den Bezirk des Oberlandesgerichts Celle erstreckt, widmen sich rund 760 Anwaltsnotare dieser Aufgabe. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts feiert die Kammer in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Dazu findet am 9. September im Fürstenhof ein Festakt mit geladenen Gästen statt. Auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister hat sein Kommen zugesagt.

„Flächenmäßig sind wir einer der größten Bezirke in Deutschland“, erläutert Kammerpräsident Reinhard Blum. Seinen Angaben zufolge ist die Zahl der Notare im Kammerbezirk in den vergangenen zehn Jahren um etwa 200 zurückgegangen. Mit ein Grund für diese Entwicklung sei das konjunkturelle Umfeld, das Auswirkungen etwa auf die Bautätigkeit habe. Zudem gebe es heute sehr viel strengere Zugangs- und Besetzungsvorschriften als früher, führt Blum aus. So galt in den 80er Jahren in Niedersachsen das sogenannte „Wartezeit-Notariat“. Das bedeutet: Jeder Anwalt konnte nach einigen Jahren auf Antrag bei persönlicher Eignung zum Notar bestellt werden. „Heute muss jeder Bewerber eine notarielle Fachprüfung, die in ihrem Schwierigkeitsgrad einem dritten Staatsexamen gleichkommt, ablegen und bestimmte berufspraktische Erfahrungen vorweisen“, erläutert Blum.

Wie der Präsident weiter berichtet, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Beurkundung als Kerntätigkeit des Notars von einer beweiskräftigen Protokollierung hin zu einem Instrument umfassender Beratung und Belehrung sowie eines weitreichenden Verbraucherschutzes entwickelt. Erleichtert werden heutzutage die Tätigkeiten des Notars durch elektronische Medien wie E-Mails und Web-Dienste, die eine aktuelle Wissensübermittlung ermöglichen. „Alles geht sehr viel rascher“, so Blum.

Was der Notar seinem Mandanten in Rechnung stellt, hängt von dem Geschäftswert ab. Je höher dieser liegt, desto teurer wird es für den Klienten. So fallen beispielsweise bei einem Grundstückskaufvertrag von 250.000 Euro und einer Grundschuld von 100.000 Euro Notarkosten in Höhe von 2100 Euro inklusive Mehrwertsteuer an. Hinzu kommen noch 850 Euro Gerichtskosten.