Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Berechtiger Argwohn
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Berechtiger Argwohn
20:18 16.02.2012
Celle Stadt

Im griechischen Schuldendrama wird der Ton zwischen den potenziellen Gläubigern und dem Schuldner gereizter. Der griechische Staatspräsident sieht sein Land durch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beleidigt. Der hatte lediglich seine Forderung wiederholt, Griechenland dürfe nicht zum Fass ohne Boden werden.

Schäubles Argwohn ist nicht unbegründet. Von den schon früher versprochenen Reformen ist kaum etwas in Gang gekommen, Gewerkschaften und Mitarbeiter des völlig aufgeblähten öffentlichen Dienstes verteidigen erbittert – und oft mit Gewalt – ihre kostspieligen Privilegien. Das könnte nach der Verabschiedung des neuen Hilfspakets ähnlich sein. Vielleicht nimmt nach der Wahl im April die neue griechische Regierung alle Zusagen zurück – wenn die Steuer-Milliarden aus Deutschland, Frankreich und anderen Ländern längst auf griechische Konten geflossen sind.

Schäuble möchte lediglich, dass die vielen Milliarden (und später vielleicht Billionen) Euro für Griechenland nicht zum Fenster hinausgeworfen werden. Natürlich hofft er auf eine Rückzahlung und nimmt den Schuldner in die Pflicht. Das ist völlig legitim. Schließlich haben griechische Politiker schon früher die europäischen Partnerländer mit gefälschten Zahlen hinters Licht geführt und sich finanzielle Vorteile erschlichen. Das darf sich nicht wiederholen.

Michael Regehly

Von Michael Regehly