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Celle Stadt Bernhard Hoëcker erklärt in Celle die Welt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bernhard Hoëcker erklärt in Celle die Welt
18:28 20.10.2017
Hätten Sie gewusst, dass die meisten Menschen die hinterste Kabine bei öffentlichen Toiletten ansteuern? Oder die Wikingerhörner nie an die Helme, sondern zum Trinken gehörten. Nach Bernhard Hoëckers Aufklärung ist das Publikum jetzt schlauer. Quelle: Oliver Knoblich
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Schon das Werbebild zeigte eine verdrehte Perspektive: Der aus dem Fernsehen bekannte Entertainer und Ratefuchs „klebte“ entspannt an einer über ihm schwebenden Rasenwolke. Und damit fälschlich niemand Bernhard Hoëcker schon unterm Rasen liegen sah, gab es den ersten Hinweis: „So liegen sie richtig falsch“.

Mit der Erdbeere, die eigentlich botanisch eine Nuss ist, begann eine unterhaltsame Lehrstunde. Unterhaltung im wahrsten Sinne des Wortes, denn, wie der Titel schon sagte, es ging um Meinungen, Vermutungen, Halbwissen und vor allem um Kommunikation. „Es ist wichtig, sich verständigen zu können“, unterstrich Hoëcker – und startete in verzwickte Geschichten rund um Taxifahrer, Tramper und Passanten, die alle aus verschiedenen Ländern und Nationalitäten kommen, und die nur eines eint: Die sprachliche Unkenntnis zwingt sie in die nonverbale Kommunikation der Zeichensprache. Klar, dass das nicht immer gut gehen kann. Was in einem Land Anerkennung bedeutet, führt in einem anderen zu einer schweren Beleidigung. „Darum Vorsicht mit dem Fingerspiel“ – ob Daumen oder Mittelfinger, am besten man behält sie im Griff und selbst die Mimik will in Schach gehalten werden, wenn man nicht in ein Fettnäpfchen des Missverständnisses geraten wolle.

Gut, dass es Bernhard Hoëcker und sein Aufklärungsprogramm gab. Kaum eine halbe Stunde rum und schon hatten die Zuschauer einiges dazugelernt. Ein unsympathischer Besserwisser war der Mann auf der Bühne nicht. Wie es schien, hat er selbst mindestens so viel Spaß am Forschen, Nachfragen und Herausfinden und der Abend machte deutlich, dass er viele der gewonnenen Erkenntnisse gerne und großzügig mit anderen teilt – amüsant verpackt mit einem Augenzwinkern und ein paar Sticheleien.

Offensichtlich mochte er auch nicht nur ein Alleinunterhalter auf der Bühne sein, der das Publikum bespielt. Es dauerte nicht lang und er hatte fast die erste Reihe und einige weitere Zuhörer im Saal in Gespräche verwickelt – zunächst einmal um etwas Lokalkolorit aufzunehmen. Mit der norddeutschen Mentalität hatte Bernhard Hoëcker doch etwas zu kämpfen – trotz Geschick und Charmeoffensive blieben die Meisten ihm die Antwort schuldig, wenn man nicht direkt angesprochen wurde. Bei den Fragen nach Herkunft, Beziehungsstand und Arbeit war für die Gäste scheinbar Vorsicht geboten. Es galt dann, so wenig wie möglich zu verraten. Der Frage-Profi seinerseits zeigte sich hartnäckig und hielt dagegen. Auf diese Weise entstand, ganz nebenbei, so viel Situationskomik, dass das Publikum immer wieder lauthals lachen musste. Hoëcker lachte mit und holte sich weitere Antworten digital über „bernhardfragt.de“.

Von Doris Hennies