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Celle Stadt Berührendes und berauschendes Abschiedskonzert in Celler Sporthalle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Berührendes und berauschendes Abschiedskonzert in Celler Sporthalle
21:44 18.06.2017
Nach fast 40 Jahren Lehrtätigkeit am Hölty-Gymnasium verabschiedet sich Egon Ziesmann mit einem Abschiedskonzert in den Ruhestand. Quelle: Michael Schäfer
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Beteiligt waren daran nicht nur die derzeitigen Vokal- und Instrumental-Ensembles „seiner“ Schule, sondern auch zahlreiche Ehemalige, die seiner Einladung gefolgt waren. Und er nutzte die einmalige Gelegenheit, neben den „aktuellen“ Musikern des Hölty auch die ehemaligen auf die Bühne zu holen. Heraus kam – auf einer Projektionswand untermalt von Fotos jener Zeit – ein authentischer musikalischer Rückblick auf die von Ziesmann Jahr für Jahr ins Leben gerufenen Neuerungen der Schulmusik sowie deren kontinuierlichen Fortschritt und Wandel.

Es war ein gleichermaßen berührendes und berauschendes Spektakel. Kein synthetisches oder aufgesetztes, sondern ein kaskadenartig aus sich selbst entstehendes Spektakel. „Ich hoffe, Sie freuen sich über jeden Ton, selbst wenn er hier und da mal misslingen sollte“, hatte Ziesmann hinsichtlich des verständlichen Lampenfiebers seiner Musiker bei der Begrüßung zu den Gästen gesagt, und die ließen sich nicht zweimal bitten.

Vom Unterstufenchor bis zur XXL-Bigband erstreckten sich die starken, temperamentvollen, mitreißenden, anrührenden, zerbrechlichen und leisen Momente, aus denen dieses stimmungsvolle, mit viel Gefühl und Charisma gewürzte musikalische Mosaik zusammengesetzt war. Hier die „Vokalini“, die „Young Voices“ und das Ensemble „Vocale finale“ mit ihren Chordarbietungen von „Wer nur den lieben langen Tag“ bis „To Everything There Is a Season“ sowie der Ehemaligen-Chor mit Klassikern wie „Locus iste“ und „Beg, Steal or Borrow“, dort die Hölty-Bigband und die „XXL-Bigband“ mit Evergreens wie George Gershwins „Love Is Here to Stay“, Sammy Nesticos „Free Spirit“ und John La Barberas „Tiger of San Pedro“. Genauso mitreißend und sprühend vor Musizierlust wie die Interpreten war auch Ziesmanns quer durch alle Stilrichtungen unaufgeregtes und souveränes Dirigat. Und auch die Musical-Soli unter anderem aus „Anatevka“ und „House of Change“ erwiesen sich als nostalgische musikalische Kleinode. Da wurde das am Ende gemeinsam gesungene „We are the World“ zu einem wahrhaft würdigen und trefflichen Finale.

Von Rolf-Dieter Diehl