Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Besucherzahlen des Celler Bomann-Museums brechen ein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Besucherzahlen des Celler Bomann-Museums brechen ein
17:50 28.06.2017
Von Dagny Siebke
Mit dreidimensionalen Animationen wie hier bei der Reformationsausstellung "Zeichen setzen" will die Stadtverwaltung wieder mehr Besucher in die Celler Museen locken.  Mit der modernen Technik können die Gäste die Schlosskapelle ganz anders als bisher unter die Lupe nehmen. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Für Museumsdirektor Jochen Meiners sind die schlechten Zahlen keine Überraschung: "Uns war schon klar, dass das kein gutes Jahr werden würde. Wenn so viele Besucher fehlen, merkt man das schon in der Kasse." Das Angebot mit so vielen Kunstausstellungen sei nicht so toll gewesen wie etwa die Ausstellungen über die Schlacht von Waterloo oder über die Personalunion, die sich allein 45.000 Besucher anschauten. Auch die Barbie-Ausstellung hätte die Gemüter gespalten, so Meiners. Verzeichnete die Playmobil-Ausstellung noch 23.000 Gäste, so schauten sich nur 12.000 Gäste Barbies beruflichen Werdegang an.

Erschwerend hinzugekommen sei, dass das Bomann-Museum 2016 zur Haushaltskonsolidierung pro Tag eine Stunde früher schließen musste, erläutert Meiners. Zudem wurden die Eintrittspreise von fünf auf acht Euro erhöht. Die schlechten Besucherzahlen haben zur Folge, dass dem Museum nun Geld für Marketing fehlt.

Dennoch sehen die ersten Zahlen zur Rekord-Ausstellung "Zeichen setzen – 500 Jahre Reformation in Celle" erfreulicher aus. Während der ersten sechs Wochen kamen dazu etwa 9000 Besucher ins Bomann-Museum oder in die Gotische Halle des Residenzmuseums. Neue Wege will das Museum mit der Weihnachtsausstellung „Weltspielzeug von Ideen, Erfindern, Müll und Kunst“ gehen. Das aus Müll und Abfällen hergestellte Spielzeug aus 30 Ländern soll den Einfallsreichtum und die Geschicklichkeit der jungen Hersteller zeigen, die in Armut leben müssen.

Auch langfristig gesehen fällt es Celler Museen schwerer, ihre Besucher zu erreichen. Im Rekordjahr 2007 verzeichneten die drei Museen am Schlossplatz noch 113.465 Besucher, neun Jahre später sind es mit 65.981 Besuchern 42 Prozent weniger. Kulturdezernentin Susanne McDowell erläutert: "Im Moment stellen die Museen grundsätzlich einen Rückgang der Besucher fest. Die Tendenz gehe hin zu großen Sonderausstellungen. Dass das Interesse an Dauerausstellungen kulturgeschichtlicher Art abnimmt, spüren auch andere Häuser." Es seien mehr Marketingmaßnahmen nötig als früher, um auf sich aufmerksam zu machen.

Um gemeinsam die Herausforderungen zu bewältigen, schlägt McDowell eine Fachkonferenz vor, bei der sich verschiedene Referenten der Branche austauschen. Dafür eigne sich die Tagung des Museumsverbundes im kommenden Jahr in Celle. Neue Marketingkonzepte müssten mit dem neuen CTM-Geschäftsführer abgestimmt werden. Bereits bei der nächsten Gesellschafterversammlung des Bomann-Museums im Herbst sollen auch andere Stellschrauben diskutiert werden: Nämlich die Öffnungszeiten und Eintrittsgelder.